Berndt Querfeld ist Betreiber zahlreicher Lokale in Wien, u.a. das Cafè Landtmann, das Café Mozart und – zugegeben für Wien sehr exotisch – das Crossfield‘s Australian Pub. Wir haben den Top-Gastronom zum Interview gebeten. Der Wiener verrät uns unter anderem seinen ganz persönlichen Coke-Moment, seine Motivation, Gastronom zu sein und seinen Tipp, wozu Coca-Cola am besten passt.

Neun Lokale betreibt Berndt Querfeld mit seiner Familie in Wien. Seine Eltern haben 1976 das Café Landtmann gegenüber der Universität Wien gekauft und damit ein Gastronomie-Unternehmen begründet. Die Querfelds waren Quereinsteiger – vorher betrieben die beiden mutigen Neo-Gastronomen ein Elektro-Unternehmen. Unter Strom steht Sohn Berndt, wenn er von seiner Leidenschaft als Gastgeber spricht. Dass er dieses Geschäft versteht, zeigt der Erfolg. Wer übrigens eine Reise nach Tokio unternimmt und dort auf ein Café Landtmann trifft, hat keinen Schaden vom langen Flug davongetragen – seit sieben Jahren gibt es ein Franchise-Lokal des Wiener Traditions-Cafés auch in Japan. Im Gastronomie-Unternehmen sind neben Berndt auch seine Frau, seine Schwester, seine Nichte und seine Mutter engagiert. Was die Vor- und Nachteile eines Familienunternehmens sind und vieles mehr, verrät er uns im Interview.

Wer übrigens wissen möchte, warum das Pub "Crossfield's" heißt, der möge doch den Nachnamen des Betreibers wortwörtlich ins Englische übersetzen...

Was war dein persönlicher Coke-Moment?
Das war eine Motorradreise durch die Ausläufer der Sahara zur Oase Xalan. Dort gab es neben einer wirklich herrlichen Oase mit Wasser auch ein Stand mit eigekühltem Coca-Cola. Wie es dort hingekommen ist und warum es auch eisgekühlt war, weiß ich nicht. Aber es war das Erfrischendste, was man sich vorstellen kann nach einer langen Reise auf dem Motorrad.

Coca-Cola passt am besten zu?
Coca-Cola passt am besten zu allem und wenn man nicht viel überlegen will. Ich bestelle mir dann immer ein Coke zero.


Deine Leidenschaft für Gastronomie: Woher rührt sie?
Die rührt aus meiner großen Freude, Gastgeber zu sein. Als Kind, als Jugendlicher oder Erwachsener, ich habe gerne Gäste. Und wenn man gerne Gastgeber ist, ist man auch ein guter Gastgeber und dann ist man auch geeignet, Gastronom zu werden.

Was ist das Besondere an deinem Job?
Selbstverwirklichung – die höchste Motivationsstufe. Ich kann mir meine Zeit einteilen und ich kann Dinge machen, die Spaß machen.

Nach Café Landtmann, Café Mozart & Co: Warum ausgerechnet ein australisches Pub?
Das ist eine sehr lange Geschichte, die man nur schwer kürzen kann. Aber es ist eine Mischung aus: Anbieter von exotischem Fleisch, die Australian Open im Fernsehen, meine Freundin und heutige Frau, die ein Jahr in Australien war. Und daraus ist irgendwie ein Konzept entstanden.

In seinem Pub Crossfield's bringt Bernd Querfeld Australien nach Wien.
In seinem Pub Crossfield's bringt Bernd Querfeld Australien nach Wien.


Das Erfolgskonzept von Crossfield‘s?
Das Erfolgsrezept ist glaube ich die Kontinuität und die Qualität seit 20 Jahren. Wir haben sehr früh auf exotisches Fleisch gesetzt, haben sehr früh mit Burgern begonnen, die es damals in Wien außer in Fast Food-Ketten gar nicht gab. Der Erfolg des Produkts zeigt, dass wir hier auf der richtigen Schiene waren. Wir haben auch immer versucht, authentisch zu sein. Es ist nicht einfach, dem Gast zu erklären, warum gibt es ein Australian Pub in Austria, hier ist natürlich Storytelling gefragt. Diese Mischung ist das Rezept zum Erfolg.

Heuschrecken, Krokodil & Känguru: Auch auf deinem privaten Speiseplan?
Ich bin ganz ehrlich. Auf meinem persönlichen BBQ-Grill ist das sehr selten. Weil es so exotisch ist, darf man sich das ab und zu gönnen und ausprobieren, aber ich steh da lieber auf ein ordentliches Rindersteak.

Do’s & Dont’s für ein erfolgreiches Lokal?
Storytelling. Man muss dem Gast die Geschichte glaubhaft machen. Vor allem mit einem australischen Pub in Wien muss man schon ein wenig die Geschichte erzählen. Da kann man auch ein bisschen Flunkern und mit Augenzwinkern die Geschichte erzählen. Qualität anbieten und natürlich das große Ding Gemütlichkeit. Dont’s sind genau das Gegenteil: Ungemütliche Lokale, die keine Geschichte erzählen oder deren Mitarbeiter die Geschichte nicht erzählen können, keine Kontinuität in der Qualität haben – das wird von den Gästen bestraft.

"Mit einem australischen Pub in Wien muss man schon ein wenig die Geschichte erzählen...auch ein bisschen Flunkern und mit Augenzwinkern" - Bernd Querfeld


Gemeinsam mit der Familie arbeiten: Was sind die Pros und Cons?
Vorteil ist sicher, Tag und Nacht einen Ansprechpartner und Vertraute um sich zu haben – bis hin zu meiner Mutter, die ich als Weisenrat sehe, hier ist das Alter auch hilfreich, um gute Entscheidungen zu treffen. Die Nachteile liegen auch auf der Hand, man trägt so manche geschäftliche Diskussion bis ins Wohnzimmer und abzuschalten, geht dann auch schwer.

Was sind deine beruflichen Ziele für die Zukunft?
Es gab nie Pläne und keine Strategie in meinem Leben und in meinem Beruf. Wenn was Lustiges kommt, denn die Herausforderung muss Spaß machen, dann werden wir vielleicht expandieren mit dem einen oder anderen Standort. Wir alle müssen uns dem Thema widmen, wie konsumieren die Leute in Zukunft. Wenn man so die Zustelldienste nach Hause betrachtet, Online Shops usw.: das nimmt ja auch in der Gastronomie Einzug und hier sollte man wachsam sein und es zumindest nicht verschlafen.

Dein Lieblings Coca-Cola?
Das ist ganz einfach Coke zero mit Eis und einer Zitronenscheibe.

 

Crossfield's Australian Pub
Maysedergasse 5
1010 Wien