Im von Coca-Cola initiierten Buch „Inklusionsträume“ geht es zwar um Special Olympics, aber doch nicht um Meter, Sekunden und Medaillen. Es geht um Geschichten über Inklusion, es geht um Menschen, die sich ein Mehr an Miteinander wünschen, ja sogar erträumen würden.

HIER kannst du das Buch „Inklusionsträume“ gratis downloaden.

Es geht vor allem um fünf Personen, und ihre Lebensgeschichten: Sie zeigen die Wichtigkeit von „Schritten hin zu einer Gesellschaft, die den Wert jedes einzelnen Menschen begreift und hochhält“, wie es Bundespräsident Alexander Van der Bellen im Vorwort festhält.

Markus Binder
Markus Binder fand mit Sport wieder zurück ins Leben.

Foto: Marija Kanizaj


Markus: Über Sport zum Selbstvertrauen

Da wäre Markus Binder, der sich mit 15 weigerte, aus dem Rollstuhl aufzustehen und gehen zu üben, „weil ich gedacht habe, dass das blöd ausschaut“. Über Sport ist er zu einer Riesenportion Selbstvertrauen gelangt – und seine Erfahrungen gibt er auch weiter. „In meiner Arbeit trainiere ich behinderte Jugendliche für die ECDL-Prüfung.“ Eine Botschaft ist ihm besonders wichtig: „Ich finde, behinderte Leute sollten außer Haus gehen und nicht jammern, das keiner sie anspricht. Das lockere Zugehen auf Leute kann man lernen.“

Jessica Lex
Jessica Lex arbeitet in einem Reha-Zentrum und das mit Leidenschaft

Foto: Marija Kanizaj


Jessica: Der Wert von Hilfe

Da ist Jessica Lex, die in einer Einrichtung zu Integration behinderter Menschen am Arbeitsmarkt tätig ist. Jessica arbeitet in einem Reha-Zentrum und sorgt dort für die Reinigung. Nach der Arbeit schupft sie auch selbständig ihren Haushalt. „Ich wasche die Wäsche, räume zusammen, tu alles, was halt so anfällt“, so Jessica. Gelegentlich hat sie Hilfe durch eine Wohnbetreuerin, einmal pro Woche besucht sie auch ihre Freizeitassistenz, mit der sie zum Beispiel einkaufen geht.

Klaus Tomaschek
Heute weiß Klaus Tomaschek, wie er das Lernen anlegen muss, um zum Erfolg zu kommen.

Foto: Marija Kanizaj


Klaus: Der schwere Weg zur Bildung

Da ist Klaus Tomaschek, der inzwischen als Evaluator für die Qualität von Einrichtungen für behinderte Menschen beim Land Steiermark arbeitet. Die Schulzeit und der Einstieg in die Berufswelt waren für den Steirer mit Lernschwäche aber nicht leicht. „Ich könnte darüber ein Buch schreiben. Es würde nichts Schönes drinstehen“, erinnert sich Klaus zurück. „Ich bin ja nicht blöd, ich kann ja was lernen“, stellt er klar. Damit kamen aber nicht immer alle Menschen in seinem Umfeld zurecht. Beschimpfungen in der Schule und Rausschmisse bei Arbeitsstellen prägten eine lange Zeit seines Lebens. Mittlerweile weiß Klaus aber, wie er gemeinsam mit Freunden und Kollegen zu lernen hat und wie er erfolgreich Prüfungen schafft. „Wäre in meinem Leben früher wirklich Inklusion gewesen, wäre ich heute ein bisschen anders“, ist er sich sicher.

Tanja Voith
Tanja Voith gründete mit ihrem Freund Jonny eine Familie und hat bei der Erziehung Hilfe

Foto: Marija Kanizaj

Tanja: Liebevolles Familienleben

Da ist Tanja Voith, die gemeinsam mit ihrem Freund Jonny ein Kind bekam. „Die Leute haben mich am Anfang gefragt, ob ich den Nicolas zu Pflegeeltern geben will“, erinnert sich Tanja zurück, „aber das habe ich gleich abgelehnt.“ Mittlerweile ist Nicolas drei Jahre alt und wird von seiner Mutter jeden Tag in den Kindergarten gebracht. Tanja wird bei der Erziehung und Lebensführung von Fachleuten unterstützt. „Einmal in der Woche kommen zwei Leute und wir reden. Ich kann sie fragen, wenn ich etwas wissen will, wir spielen mit Nicolas oder hören ihm zu. Bis ich keine Betreuer mehr brauche, wird es eine Weile dauern.“ Was Tanja vermisst? „Mir fehlen die Arbeitskollegen zum Reden, jetzt noch eine Arbeit zu finden, wäre perfekt.“

Maggie Rausch mti ihren Töchtern Rebecca und Teresa
Maggie Rausch mit ihren Töchtern Rebecca und Teresa

Foto: Marija Kanizaj


Maggie: Wunsch nach Fairness für alle Kinder

Da ist die Familie Rausch, das sind die alleinerziehende Mutter Maggie und ihre beiden Töchter Rebecca und Teresa. Sie will für beide Kinder gleiche Möglichkeiten der Ausbildung. Warum das so schwierig ist? Die jüngere Tochter Teresa wurde mit Down-Syndrom geboren. „Großartig! Gratuliere!“ hat ihr Special Olympics-Präsident Tim Shriver gesagt, als sie ihm davon erzählte. „So eine Haltung wünsche ich mir für meine Tochter“, so Maggie. Dass es aber noch nicht soweit ist, erfährt die engagierte Mutter immer wieder. Während Rebecca im Gymnasium herzlich willkommen geheißen wurde, erhielt Maggie für Teresa eine höfliche Absage. „Für mich geht es bei der Schulwahl um Gerechtigkeit. Und ich weiß, dass es Vorreiter braucht.“ Maggie geht sogar weiter: „In Spanien, in Amerika, in Argentinien, überall gibt es Beispiele für Hochschulabschluss-Programme für Menschen mit sogenannter intellektueller Beeinträchtigung. Und sowas traue ich Österreich auch zu.“ Maggie betont aber, dass die Entscheidung allein bei Teresa liegt. „Wenn sie nach der Schule beschließt, sich die Haare grün zu färben und Klos putzen zu gehen, ist das auch OK. Aber eine gute Ausbildung, die ihr alle Chancen offen lässt, die will ich ihr ermöglich.“ Ihr sei bewusst, dass es bei Teresa wohl kein Physikstudium werden wird: „Aber der Friedensnobelpreis geht sich aus mit ihrer grenzenlosen Unvoreingenommenheit und ihrer ansteckenden Begeisterungsfähigkeit.“

Mehr zum Inhalt des Buches und einen Download findest du HIER.