Ob Apfelstrudel, Vanillekipferl oder Linzer Augen. Bei Oma schmecken diese österreichischen Klassiker doch am besten, oder? In der „Vollpension“ backen Seniorinnen ihre Lieblings-Mehlspeisen nach alten Familienrezepten und servieren sie den jüngeren Gästen garniert mit spannenden Lebensgeschichten und Erfahrungen.

 

Wo schmeckt es am besten? Ganz klar – bei Oma. Welche Generation hat es am schwersten, zu Jobs zu kommen? Jene der Omas … Was lag also näher, als diese beiden Dinge zu verbinden. Das dachten sich die Gebrüder Stitch und riefen im Rahmen der Vienna Design Week 2012 die Vollpension als Social-Design-Intervention ins Leben. Drei Jahre danach und gekrönt durch zahlreiche Preise (unter anderem siegte die Vollpension bei Ideen gegen Armut 2014), hat die Vollpension nun im vierten Wiener Gemeindebezirk ein eigenes Lokal bezogen, wo man nicht nur Omas Mehlspeisklassiker, sondern auch die eine oder andere sehr interessante Geschichte aus dem Leben der Seniorinnen und Senioren erleben kann.

Foto: Vollpension

Ideen gegen Armut, ein Innovationspreis, den Coca-Cola Österreich gemeinsam mit Der Standard und dem NPO & SE Kompetenzzentrum der WU Wien seit 2007 auslobt, unterstützt soziale Projekte (Start-ups) zum Thema Armutsbekämpfung und Armutsprävention in Österreich. „Es gibt über 500.000 alleinstehende Senioren und Seniorinnen, ein Viertel davon lebt unterhalb der Armutsgrenze, ein weiteres Viertel nur hauchdünn darüber. Gerade in den Städten gibt’s viele alleinstehende ältere Menschen, die eine sinnstiftende Tätigkeit und Anschluss suchen. Die Vollpension bietet genau das: ein Zusatzeinkommen, Anschluss, Kontakt und a gmiatliches Platzerl zum Reden“, so die Gebrüder Stitch. Mit diesem Konzept konnten sie die Ideen gegen Armut-Jury 2014 auch überzeugen und wurden mit 42.500 Euro von Coca-Cola unterstützt.

Der rege Austausch zwischen den Generationen steht im Mittelpunkt

Foto: Vollpension

Bis Mitte 2015 stets als Pop-Up-Cafe geführt, fand die Vollpension Anfang Juni in der Schleifmühlgasse 16 in Wieden eine dauerhafte Bleibe. Für die Betreiber stehen neben wirtschaftlichen vor allem auch gesellschaftliche und soziale Ziele im Mittelpunkt: Zuverdienst statt Altersarmut, „Sinnstiftende Tätigkeit“ statt „Belastung für die Gesellschaft“ und Erfahrungen weitergeben statt Kontaktarmut. „Wir wollen mit der Vollpension ein öffentliches Platzerl in Wien schaffen, wo Alt und Jung wieder zusammen und ins Reden kommen und den Generationendialog fördern. Außerdem schaffen wir Arbeitsplätze für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bzw. Pensionistinnen und Pensionisten, die sich neben der oft knappen Pension etwas dazuverdienen müssen“, so das Betreiberteam mit Hannah Lux, Paulo Grando, Cornelia Kamleitner und Julia Kernmayr.

Das Vollpension-Betreiberteam mit Hannah Lux, Paulo Grando, Cornelia Kamleitner und Julia Kernmayr

Foto: Vollpension

Wer sich in wahnsinnig gemütlichem Ambiente verwöhnt wie bei Oma fühlen will, dem sei ein Besuch in der Vollpension ganz nah ans Herz gelegt. Ihr werdet es nicht bereuen, weder kulinarisch, noch die tollen Geschichten betreffend.