„Egal ob ich mich voll anstreng‘ oder einfach nur dasitze und zuhör‘, ob ich was mach mit den Kollegen oder ganz alleine, es können ganz einfache Sachen sein die ich täglich mach‘ – immer wieder und immer wieder –, oder außergewöhnliche, einmalige Dinge, an die ich mich mein ganzen Leben erinnern werden… Eines ist für mich immer gleich: Ich bin voll dabei.“

Diese Botschaft kommt nicht von irgendjemandem. Diese Botschaft kommt von einer der zwölf Special Olympics Global Messenger. Diese Botschaft kommt von einer mehrfachen Medaillengewinnerin. Diese Botschaft kommt von Johanna Pramstaller. Und diese Botschaft sollte sich jeder zu Herzen nehmen!

Immer mit vollem Einsatz mit dabei

Johanna kommt aus dem Montafon, aus Vandans, um ganz genau zu sein, einer kleinen Gemeinde mit rund 2.600 Einwohnern. Johanna hat es eilig, egal, was sie macht, sie ist immer mit vollem Einsatz mit dabei. Dieser Drang zur Eile hat ihr auch schon die eine oder andere Medaille bei Special Olympics Weltspielen eingebracht. Die Liste an Erfolgen ist beeindruckend:

  • 2009 Weltwinterspiele in Idaho – Silber im Slalom, Bronze im Super G.
  • 2001 Weltsommerspiele in Athen – Silber mit ihrer Unified-Partnerin im Golf.
  • 2013 Weltwinterspiele in Südkorea – Silber im Football.




„Ich habe gelernt, andere zu trösten“

Der Weg bis zur ersten Medaille 2009 war jedoch ein lehrreicher für Johanna. „2007 war ich bei den Sommerspielen in Shanghai mit dabei und habe dort nach einer starken Leistung und Rang 5 im 100 m Lauf im Weitsprung Platz vier belegt. Ich habe Bronze um 5 cm verpasst. Das hat sehr geschmerzt“, reist Johanna gedanklich zurück. Ihre Betreuer haben danach jedoch tolle Arbeit geleistet und sie aufgemuntert. Den Weg zum Sport hat Johanna über ihren Onkel Alex gefunden. Der, selbst Special Olympics Athlet, hat immer wieder versucht, Johanna zu überzeugen, zu einem Training zu kommen. „Recht hat er gehabt“, erinnert sich Johanna an ihre Special Olympics Anfänge. „Ich habe durch Special Olympics gelernt, mich vor dem Start zu konzentrieren und mich mit Enttäuschungen zurecht zu finden und auch Sportler zu trösten, die traurig sind.“

Filmdreh mit der Special Olympics-Athletin

Die Karriere von Johanna ist nicht nur sportlich beeindruckend. Wenn die Vorarlbergerin als Special Olympics-Athletin nicht gerade trainiert, geht sie ihrer Arbeit nach. Sie betreut im Haus St. Fidelis in St. Gallenkirch, einem Sozialzentrum, gemeinsam mit ihren Kollegen Menschen im Herbst ihres Lebens. „Ich bin quasi Mädchen für alles, helfe in der Küche mit, verbringe viel Zeit mit den Bewohnern“, lässt Johanna in ihren Arbeitstag blicken. Dort wurden auch Teile des TV-Spots mit Coca-Cola gedreht. „Das war nicht nur für mich cool und lässig“, so Johanna, „es hat uns allen Spaß gemacht. Wir warten alle gespannt auf die erste Ausstrahlung und werden sicherlich gemeinsam vor dem Fernseher sitzen.“



Die Dreharbeiten gingen Johanna leicht von der Hand. „Nur zu Beginn haben wir ein paar Mal was wiederholen müssen“, so die Montafonerin. Mehr Schwierigkeiten bereiteten Johanna und dem Coca-Cola Drehteam eher die Suche nach Schnee. „Wir mussten am Silvretta bis ganz nach oben fahren, damit wir das Skifahren drehen konnten, aber das sieht man hoffentlich im Spot nicht.“

Die erste Special Olympics Botschafterin aus Österreich

Johanna ist aber nicht nur Betreuerin und erfolgreiche Special Olympics Athletin. Sie ist auch seit 2015 und bis 2019 globale Sprecherin für die Special Olympics. Offizielle Bezeichnung für dieses hohe Amt, das Johanna als bislang einzige Österreicherin bekleidet, ist „Sargent Shriver International Global Messenger“. Sargent Shriver war übrigens der Mann von Special Olympics-Gründerin Eunice Shriver.



In diesem Amt warten verantwortungsvolle und vor allem herausfordernde Aufgaben. „Es ist eine große Ehre für mich, hier als erste Österreicherin mit dabei zu sein“, so Johanna mit Stolz.

Rede vor 100.000 Menschen - auf Englisch!

Die Frage, was bislang dabei das Aufregendste war, kann Johanna sofort beantworten. „Ich habe bei der Abschlussfeier der Sommerspiele 2015 in Los Angeles eine Rede gehalten. Vor 100.000 Menschen und auf Englisch. Dass ich entsprechend nervös war, kann man sich denken.“ Mit ihr auf der Bühne waren der damalige und mittlerweile leider verstorbene Special Olympics Österreich-Präsident Hermann Kröll und sein damaliger Stellvertreter und Nachfolger Jürgen Winter. „Die beiden haben mir sehr geholfen. Hinter der Bühne hat mich der Grazer Sportstadtrat Kurt Hohensinner mit Traubenzucker versorgt, denn mein Gesicht war nicht rot, sondern weiß.“ Dass Johanna diese große Aufgabe trotz großer Nervosität mit Bravour gemeistert hat, versteht sich quasi von selbst. Tränen sind jedoch trotzdem geflossen. „Nach der Rede war diese ganze Anspannung weg und ich habe einfach zu weinen begonnen“, erinnert sich die 30-Jährige an diesen Abend in den USA zurück.



Johanna als Global Messenger bei den Winterspielen 2017

Wie bedeutend für Johanna die Aufgabe als Global Messenger ist, zeigt eine Entscheidung unmittelbar vor den Winterspielen, die von 14. bis 25. März in Schladming, Ramsau und Graz stattfinden. „Ich musste mich entscheiden, ob ich bei den Spielen als Botschafterin oder Athletin mit dabei bin, beides geht leider nicht“, so Johanna, „nach einer Woche des Nachdenkens habe ich mich entschieden, als Global Messenger in der Steiermark mit dabei zu sein.“ Johanna hat sich also für dieses Amt, dass weltweit nur zwölf Athleten bekleiden, entschieden und gegen die Möglichkeit, bei Heimspielen um eine Medaille zu kämpfen. „Das war keine leichte Entscheidung, aber ich greife 2021 einfach wieder an und hole mir meine Medaille – denn Gold fehlt mir ja noch in meiner Sammlung“, blickt das sportliche Multitalent optimistisch in die Zukunft.

Vandans große Tochter

Vandans, der Heimatort von Johanna, zählt wie erwähnt rund 2.600 Einwohner. Wikipedia weist hier auch den einen oder anderen Namen unter den „Söhnen oder Töchter der Stadt“ aus. Mit Stand 23. Jänner 2017 übrigens nur Söhne. Es wird Zeit, dass sich eine Tochter dazugesellt. Denn welche Gemeinde kann noch von sich behaupten, eine erfolgreiche Special Olympics Athletin, eine globale Botschafterin, die vor 100.000 Menschen eine Rede hält, und nicht zuletzt eine Hauptfigur in einem Coca-Cola Spot als Bürgerin zu haben…


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