Coca-Cola ist in mehr als 200 Ländern der Welt erhältlich. Die Vereinten Nationen haben übrigens „nur“ 193 Mitgliedsstaaten. Coca-Cola findet sich in verschiedenen Kulturen und unterschiedlichen politischen Systemen. Dem hat sich der junge Linzer Fotograf Eddy angenommen und eine Bilderserie produziert.

Fotograf Eddy zur Entstehung seiner Fotoserie „Coca-Cola vereint“:

Die Idee entstand nach dem Sommerurlaub meines Vaters. Er ist Mitte 50, ein dunkler südländischer Typ. Man kannte ihn in den letzten Jahren nur mit Oberlippen-Kinnbart, aber dieses Mal ließ er ihn üppiger sprießen. Die bisher dunklen Haare waren zusehends weißer geworden und bekamen einen würdigen silbrigen Glanz. Dann war da die alte Militärkappe, die er sich auf einem Jahrmarktstand gekauft hatte. Bei einem gemeinsamen Mittagessen war es für mich ganz offensichtlich, als ich ihm gegenüber saß. Die Ähnlichkeit war verblüffend! "Dad du siehst aus wie Fidel Castro!", war meine Reaktion, "wir müssen ein Fotoshooting machen, mit dir als Fidel."

Der Gedankenkreisel von mir als jungen Fotokünstler begann sich zu drehen. Das könnte ein äußerst provokantes Thema werden. Was ist interessant an einem sehr umstrittenen und nicht sehr beliebten Revolutionsführer der noch dazu amerika-feindlich eingestellt war? Brandaktuell ist natürlich die politische Annäherung der USA an Kuba, dass mehrere Jahrzehnte unter dem wirtschaftlichen Boykott zu leiden hatte. Die Idee nahm Formen an.

Was kann zwei „verfeindete“ Völker dazu bewegen, ihre Streitigkeiten beizulegen? Wäre es nicht sinnvoll und sehr vereinend, wenn sich jeder der beiden die angenehmen Dinge und Attribute des anderen zu Nutze machen und genießen würde? Die Gedankenbilder sprudelten nur so hervor. Castro mit einer Coca-Cola Flasche in der Hand, liest die New York Times, auf einem Schreibtisch ein MacBook. Aus seinem alten Armee-Revolver und seinem berühmten Karabiner sprießt eine weiße Blume. Mit einer Ray-Ban-Sonnenbrille auf der Nase und seiner geliebten Kubanischen im Mundwinkel genießt er eine Spritztour auf seiner Harley Davidson. Mit der perfekten Kulisse, die uns eine befreundete Dekorateurin in einer alten Lagerhalle aufbaute, war das Umfeld für das Shooting geschaffen. Der alte, klassische Schreibtisch, der spanische Lederstuhl, das Bild von Castro, die angesengte kubanische Landkarte und die Flaggen der USA und Kubas schafften eine sehr authentische Atmosphäre. Der Besitzer eines Army Warehouse war gleich Feuer und Flamme und holte unzählige Information über Fidel Castro ein. Die gesamte militärische Ausstattung, wie Uniform, Kappe, Gürtel mit Halfter und Springerstiefel wurden von ihm kostenlos beigestellt.

Die Fotos sind alle in Schwarz/Weiß gehalten und zusätzlich noch verpixelt, was das Ganze noch authentischer macht. Die gesamte Fotoserie ist auf meiner Website und Facebook-Seite einsehbar:

www.eddy-photography.net