Einen Marathon zu absolvieren ist an sich eine Herausforderung, auch in der Staffel. 42,195 Kilometer gilt es, zu viert zu absolvieren, aufgeteilt in verschiedene Distanzen. Sind aber drei der vier Läufer Special Olympics Athleten, mutet die Herausforderung noch größer an. Geschafft wurde diese Challenge aber von der Sportunion Dornau aus dem Burgenland, die eine eigene Staffel beim Vienna City Marathon gelaufen sind.

Ernst Lueger strotzt vor Stolz. Er ist sportlicher Leiter der Sportunion Dornau, dem Zentrum des burgenländischen Special Olympics-Sports Stolz mach ihn nicht nur die Ausbeute von vier Medaillen bei den jüngsten World Winter Games in der Steiermark, stolz macht ihn auch jene Leistung, die seine Burschen beim Vienna City Marathon gezeigt haben. „Im Vorjahr waren wir bei der gemischten Unified-Staffel mit Coca-Cola dabei, da haben wir zum ersten Mal Marathon-Luft geschnuppert.“ Und der Geruch ließ Lueger und sein Team nicht mehr los. „Wir haben schon bei den Trainings gesehen, dass die Burschen auch alleine einen Marathon schaffen“, so Lueger.

Sein Team reiste bereits am Samstag nach Wien an und nahm am Get active Inclusion Run teil, initiiert von Special Olympics Gründungspartner Coca-Cola. „Das war einerseits ein tolle Zeichen für Inklusion, andererseits aber eine hervorragende Möglichkeit für unser Team, das Umfeld des Marathons wieder kennenzulernen und reinzuschnuppern.“

"Da war ich schon mächtig stolz"

Am großen Tag selbst traten die Special Olympics-Athleten Siegfried Lorenz, Filip Markov und Stefan Hofer gemeinsam mit Luegers Sohn Dominik als Staffel an. „Ursprünglich waren vier Athleten aus unserer Sportunion geplant, wir mussten aber aus organisatorischen Gründen umplanen, nicht aus sportlichen“, betont Lueger. Nach 4:22:57 Stunden passierte Stefan Hofer das Ziel am Burgtheater. „Da war ich schon mächtig stolz“, erinnert sich Lueger. Doch nicht nur in dieser Staffel waren Athleten aus dem Wohnheim Dornau und dessen Sportunion mit dabei. Auch bei drei weiteren Coca-Cola Unified for Special Olympics-Staffeln sind Dornau-Athleten und Betreuer gemeinsam mit Coca-Cola Mitarbeitern angetreten. Der älteste war dabei Johann Wittmann, der mit mehr als 50 Jahren die rund 10km im dritten Abschnitt in Angriff nahm.

VCM 2017
Rene Golacz wird im Herbst den Halbmarathon anpeilen.

Foto: Andi Bruckner

Das ganze Wochenende war für seine Truppe eine Riesenmotivation für kommende Aufgaben – und die seien groß, so Lueger,. „Danke an Coca-Cola für die tollen Möglichkeiten! Wir wollen im Herbst beim Graz Marathon den Halbmarathon ansteuern und für dieses große Vorhaben sind Teilnahmen wie beim Marathon in Wien für die Gruppendynamik und die Trainingseinstellung optimal“, blickt Lueger optimistisch in die Zukunft´, „Rene Golacz wird den Halbmarathon auf jeden Fall schaffen, ich bin davon überzeugt – und das trotz seines jungen Alters von 13 Jahren und seiner Behinderung, er ist ganz gut drauf.“ Trainiert wird dafür ein bis zwei Mal in der Woche, zusätzlich zum sonstigen Sportangebot in der Sportunion Dornau, denn nach den Spielen ist vor den Spielen. Das nächste riesige Ziel von Lueger und seinem Team sind die nationalen Special Olympics Sommerspiele, bei denen es um die Qualifikation für die Weltspiele 2019 in Abu Dhabi geht. Man darf gespannt sein, ob das Team Burgenland in den Vereinigten Arabischen Emiraten ähnlich erfolgreich ist, wie bei den Winterspielen in der Steiermark in diesem Winter, von denen die Burgenländer mit vier Medaillen nach Hause heimkehrten.

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