Worum Geht’s? 

In diesem Jahr steht der Get active Social Business Award ganz im Zeichen von sozialer Inklusion benachteiligter Menschen in Österreich. Bereits zum 11. Mal rufen die Sponsoren und Gründer der Initiative – Coca-Cola, Der Standard und das NPO und SE Kompetenzzentrum der WU Wien – dazu auf, sozialunternehmerisch aktiv zu werden. Teilnehmen kann jeder: Unternehmen, Nonprofit-Organisationen, Gruppen von engagierten Menschen und ambitionierte Einzelpersonen. Im Laufe des Wettbewerbs müssen die Ideen in Form eines Businessplans (siehe auch Kriterien) umsetzungsreif ausgearbeitet werden. Auf Basis dieses Plans wählt ein Entscheidungsgremium mithilfe von klar definierten Beurteilungskriterien die förderungswürdigsten Projekte aus, die dann mit einer kräftigen Finanzspritze unterstützt werden. Der Get active Social Business Award leistet auch einen aktiven Beitrag zur globalen Initiative 5by20, bei der 5 Mio. Frauen in der globalen Wertschöpfungskette von Coca-Cola bis 2020 unternehmerisch tätig werden sollen. 

Soziale Start-Ups brauchen Starthilfe

Da Coca-Cola Österreich dieses Jahr seinen 88. Geburtstag feiert, wird das Siegerprojekt des Get active Social Business Awards mit einem Startbudget von 88.000 Euro unterstützt. Das passiert in Form von Geld- und Sachleistungen wie einem profunden Expertencoaching für eine weitere erfolgreiche Umsetzung des Projekts. Der genaue Split der Geld- und Sachleistungen wird am Workshop-Wochenende in Stegersbach bekanntgegeben. Jene Unterstützungsleistung ist als „Social Venture Capital“ zu verstehen. Das bedeutet, dass keine Rückzahlung erwartet wird. Jedoch ist eine mögliche Fortführung der finanziellen Unterstützung möglich. Diese hängt von der Erreichung evaluierter Zwischenziele nach einer vereinbarten Zeitspanne ab. 

Das Thema 2017: Soziale Inklusion

Ob es um Menschen mit Behinderung, AsylwerberInnen, armutsgefährdete Jugendliche, Alleinerziehende oder Langzeitarbeitslose geht – um nur ein paar Beispiele zu nennen: Immer noch gibt es viel für die soziale Inklusion der Schwächsten in unserer Gesellschaft zu tun. Deshalb ist Inklusion heuer der thematische Schwerpunkt von Get Active:

Alle Projekte und Projektideen, die die soziale Inklusion von ausgrenzungsgefährdeten Gruppen in Österreich fördern, können beim Get active Social Business Award 2017 eingereicht werden. Darüber hinaus gibt es inhaltlich keinerlei Beschränkungen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ob es um Arbeit, Wohnen, digitale Inklusion, Bildung, Ernährung oder Gesundheit geht, um die Versorgung im kulturellen Bereich oder die Situation im sozialen Umfeld: Kreative und innovative Ideen zur Verbesserung der Lebensumstände benachteiligter Menschen sind gefragt. Dabei kann es sich um die Weiterentwicklung eines bestehenden Projektes handeln oder um völlig neue Ideen mit Start-Up-Charakter. 

Inspiration gefällig? Diese Ideen haben schon gewonnen.

Ein Blick auf die Preisträger der letzten Jahre zeigt wie kreativ, bunt und vielfältig förderungswürdige Projektideen aussehen können. Ganz gleich, ob sie von Einzelpersonen oder etablierten Non-Profit-Organisationen entwickelt wurden.


Klare Kriterien für eine faire Entscheidung.

Die Ausschreibung richtet sich an Einzelpersonen und Organisationen (Unternehmen und Non- Profit-Organisationen, ausgenommen Gebietskörperschaften und politische Parteien), die mit methodisch innovativen und wirtschaftlich solide geplanten und budgetierten Projekten einen Beitrag zur sozialen Inklusion von benachteiligten Menschen leisten.

Die 5 Hauptkriterien für die Auswahl des Preisträgers: 

Wirksamkeit:
Wie groß ist der Beitrag des eingereichten Projektes zur Förderung der sozialen Inklusion bei der benachteiligten Gruppe (armutsgefährdete Jugendliche, Menschen mit Behinderung, AsylwerberInnen, Alleinerziehende oder Langzeitarbeitslose)?

Effizienz:
Wie wird mit den budgetierten Mitteln umgegangen und in welcher Relation stehen Investition und erwartete Wirkung?

Finanzierbarkeit:
Wie realistisch ist der Finanzplan? 

Durchführbarkeit:
Sind die geplanten Projektschritte und inhaltlichen Maßnahmen mit den gegebenen Ressourcen umsetzbar? 

Social Business Charakter:
Wie weit kann sich die Projektidee nachhaltig selbst finanzieren?

Welche Projekte können eingereicht werden? 

Projekte, die sich mit sozialer Inklusion von benachteiligten Menschen jeglicher Art in Österreich befassen
Soziale Inklusion in allen Bereichen der Gesellschaft ist verwirklicht, wenn jede Person in ihrer Individualität von der Gesellschaft akzeptiert wird und die Möglichkeit hat, in vollem Umfang am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben oder teilzunehmen. Das heißt natürlich nicht, dass es keine Unterschiede und Abweichungen mehr gibt – sie werden weiterhin bewusst wahrgenommen, aber in ihrer Bedeutung eingeschränkt oder gar aufgehoben. Alle Menschen sollen sich in sämtlichen Lebensbereichen (Ökonomie, Soziales, Politik, Nachbarschaft, Individuelles, Geografisches und Gruppenzugehörigkeit) barrierefrei bewegen können, wobei die Barrieren auch im übertragenen Sinn abgebaut werden. Auf diese Weise sollen Strukturen geschaffen werden, in denen sich Menschen mit Besonderheiten einbringen und auf die ihnen eigene Art wertvolle Leistungen erbringen können. 

Im Zuge der Einreichung der Projekte gilt es zwei Leitfragen zu beantworten. 

Wer ist die Zielgruppe des Projektes?
Die eingereichten Vorhaben müssen die soziale Inklusion jener Bevölkerungsgruppen in Österreich fördern, die überproportional häufig betroffen sind.

Nach jüngsten Erhebungen der Statistik Austria betrifft dies insbesondere Menschen mit psychischer, physischer oder kognitiver Behinderung, Flüchtlinge, Asylwerber, Drittstaatsangehörige, eingebürgerte ÖsterreicherInnen, arbeitslose sowie langzeitarbeitslose Menschen, Alleinerziehende, Familien mit drei oder mehr kleinen Kindern, Personen mit geringem Ausbildungsniveau und geringem Erwerbseinkommen, wohnungslose Menschen, Haftentlassene, Suchtkranke, etc. Diese gelten als mehrfach ausgrenzungsgefährdet.

Wie wird Inklusion gefördert?
Gesellschaftliche Benachteiligung hat Ursachen. Die eingereichten Projektideen sollen dabei helfen, bestimmte Barrieren zu bekämpfen, die die soziale Inklusion der betroffenen Zielgruppe in die Gesellschaft hemmen oder gar verhindern: der Ausschluss vom Arbeitsmarkt beispielsweise, ökonomische Abgrenzung, eine institutionelle Exklusion, die Ausgrenzung durch soziale Isolierung, kulturelle und räumliche Exklusion und vieles mehr. 

Innovative Projekte
Das Projekt sollte möglichst originär und innovativ sein und darf in dieser Form noch nicht existieren. Allerdings kann ein Projekt auch dann innovativ sein, wenn Best-Practice- Maßnahmen aus anderen Ländern oder Regionen für die eigene Region adaptiert werden. 

Nachhaltige Projekte
Förderungswürdig sind insbesondere Projekte, die nachhaltige Hilfe anbieten. Das bedeutet vor allem, dass ein förderungswürdiges Projekt auch nach Verbrauch des Preisgeldes selbstständig und ausfinanziert weiterlaufen können muss. Die Ausfinanzierung darf nicht über öffentliche Stellen gewährleistet werden. Im Projektantrag ist deshalb zu begründen wie das Vorhaben dazu beitragen soll soziale Inklusion nachhaltig zu fördern und wie die Finanzierung auf eine nachhaltige private Basis gestellt werden kann.

Projekte, die bestehende Lücken schließen
Das eingereichte Projekt soll insbesondere dabei helfen Lücken im Zusammenhang mit sozialer Inklusion in allen Bereichen der Gesellschaft zu schließen. In diesem Zusammenhang werden vornehmlich jene Projektideen gefördert, die auf Grund ihres innovativen und lückenfüllenden Charakters im Hinblick auf alternative Finanzierungsquellen benachteiligt sind (insbesondere durch die öffentliche Hand aber auch durch Quersubventionierungen aus der eigenen Organisation). 

Schritte während des GASBA17

bis 23.06.2017

Einreichung

Einreichung der Erstideen auf Basis des Einreichformulars
Einreichformular downloaden
13.07.2017

Projektauswahl

Auswahl von 5-12 Projekten für die Konkretisierung in Form der Projektpläne
01. – 03.09.2017

Workshop

Verpflichtender Workshop mit den ProjekteinreicherInnen: Unterstützung zur Ausarbeitung der Projektpläne.
29.09.2017

Businesspläne

Entwicklung und Einreichung der Businesspläne.

20.10.2017

Hearing

Hearing vor dem Advisory Board, Auswahl der Preisträger.

Ablauf der Einreichung 

Phase 1:
Da waren's nur noch zwölf.

Sämtliche Projektideen werden anhand eines standardisierten Dokuments in einfacher, kompakter Form eingereicht. Download Einreichformular

Das vollständig ausgefüllte Einreichformular wird elektronisch oder postalisch an folgende Adresse geschickt:

E-Mail: bianca.zaki@wu.ac.at
NPO und SE Kompetenzzentrum der WU Wien
z.H. Bianca Zaki
Campus WU
Welthandelsplatz 1, Gebäude D1, 2. OG, 1020 Wien 

Nach einem Screening durch das NPO und SE Kompetenzzentrum der WU Wien wählt eine unabhängige Jury aus allen Einsendungen maximal 12 Projektideen für den weiteren Prozess aus. 

Phase 2:
Businessplan und Präsentation
Die bis zu zwölf ausgewählten EinreicherInnen nehmen am verpflichtenden, 2-tägigen Workshop zur Erarbeitung umfassender Businesspläne für die jeweiligen Projekte teil. Dabei erhalten sie umfassenden Input und kompetente Unterstützung von fachkundigen Vortragenden und Coaches der drei Initiatoren. Im Anschluss werden die Businesspläne erneut der Jury zur Begutachtung vorgelegt.

Die Vergabe der Geldmittel erfolgt schlussendlich auf Basis der Beurteilung der Businesspläne und einer Projektpräsentation vor einem Advisory Board, dessen Mitglieder eine Projektidee mit dem Get active Social Business Award 2017 auszeichnen.

Die konkrete Form der Finanzierung orientiert sich am Projektplan des Einreichers bzw. der Einreicherin und kann auch phasenbezogen in Tranchen erfolgen. 

Laufende Begleitung/Evaluierung
Das Siegerprojekt wird von Experten der Contrast EY Management Consulting und dem NPO und SE Kompetenzzentrum der WU Wien bei der Umsetzung der Projektidee gecoacht und evaluiert. Die Preisverleiher behalten sich das Recht vor, bei deutlichen Abweichungen vom Projektplan auch die Auszahlung offener Teilbeträge auszusetzen.

Details zum Businessplan
Die eingereichten Projekte werden nicht nur hinsichtlich ihrer sozialpolitischen Wirksamkeit beurteilt, sondern auch auf Basis wirtschaftlicher Kriterien. Dabei ist es wichtig, dass die Wirksamkeit (Effektivität), die Wirtschaftlichkeit (Effizienz), die Finanzierbarkeit und die Realisierbarkeit (Feasibility) des Projektes in einem Projektplan (Businessplan) nachvollziehbar vermittelt werden.

Dieser Businessplan sollte knapp und prägnant sein und darf maximal 20 Seiten umfassen. Folgende Gliederung ist verpflichtend einzuhalten:

  • Chancen und Risiken des Projektes
  • Die Organisation/die Person
  • Projektvorstellung – Ziele/Leistungen des Projektes
  • Projektumfeld und Zielgruppen
  • Marketing (Vermarktung des Projektes)
  • Unternehmerteam/Management und Schlüsselpersonen im Projekt
  • Umsetzungsplanung/Realisierungsplan für das Projekt
  • Finanzbedarf für das Projekt

Detailinformationen zu den einzelnen Punkten finden Sie hier.

Einverständniserklärung
Die EinreicherInnen erklären sich bereit, das laufende Coaching und die Evaluation im Fall der Nominierung zu einem Siegerprojekt aktiv zu nutzen bzw. zu unterstützen. Dies beinhaltet vor allem die Bereitschaft, an Erhebungen (z.B. Interviews) teilzunehmen sowie gewisse Daten (inklusive Finanzdaten) offenzulegen.

Weiters erklären sich die EinreicherInnen bereit, im Falle einer Nominierung zu einem Siegerprojekt alle weiteren Kommunikationsschritte bei der Umsetzung des Projektes mit der Initiative Get active Social Business Award 2017 aktiv abzustimmen bzw. Get active Social Business Award 2017 bei jedem Kommunikationsschritt im Rahmen der Umsetzung der Projektidee verpflichtend mit zu kommunizieren.

Diese Punkte werden mit dem Vertreter des Siegerprojektes in Form einer schriftlichen Vereinbarung fixiert. 

Der offizielle Hashtag lautet übrigens #GASBA17