Jeder Läufer weiß genau: Beim Training in der Hitze des Sommers ist starkes Schwitzen unvermeidlich. Ist der Schweiß nach eigenem Empfinden meist eine unangenehme Erscheinung, so ist er gleichzeitig überlebenswichtig für den Körper.

Gastkommentar von Thomas Kofler, CvD beim Laufmagazin RunUp

Setzen wir unseren Körper sportlicher Aktivität aus, so steigt der Energieverbrauch deutlich an. Der Körper arbeitet und die Körpertemperatur steigt. Das Schwitzen ist jener Vorgang, mit dem der Körper sich selbst wieder abkühlt, um die ideale Körpertemperatur von 36,5 bis 37,5°C. aufrechtzuerhalten. Über zwei Millionen Schweißdrüsen stehen dem Körper für sein Kühlsystem zur Verfügung. Dass Sportler bei höheren Außentemperaturen deutlich mehr schwitzen als bei kühlen, liegt auf der Hand.

Überlebenswichtige Kühlung - Schwitzen! Doch manchmal tut eine Wasserdusche auch gut.

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Meist wird Schwitzen als unangenehm empfunden, sowohl aus optischer und hygienischer Perspektive. Aber gerade bei Hitze ist das Schwitzen überlebenswichtig. Könnte der Körper nämlich durch Schweiß nicht die Körpertemperatur regulieren, würde diese nach einer Stunde laufen um rund 10°C steigen – also in Termperaturbereiche, in denen ein menschlicher Organismus längst nicht mehr lebensfähig ist. Dementsprechend würden wir bereits nach wenigen Minuten einen Hitzschlag erleiden. Somit ist es auch sinnlos, Schweiß abzuwischen, denn der Köper legt sofort die nächste kühlende Flüssigkeitsschicht nach. Ein ganz brauchbarer Tipp ist, kurz vor dem Beginn der körperlichen Aktivität kalt zu duschen. Damit sinkt nämlich die Körpertemperatur und der Körper beginnt bei der anschließenden sportlichen Aktivität später zu schwitzen. Auch die richtige Ernährung beugt starkem Schwitzen vor: Obst, Gemüse und Milchprodukte verringern übertriebene Schweißausbrüche, scharfe Gewürze, Alkohol, Kaffee und Zigaretten erzielen den gegenteiligen Effekt.

Flüssigkeit muss ersetzt werden! Trinken, trinken, trinken!

Wichtig ist, den Körper bei besonders starkem Schwitzen mit genügend Flüssigkeit zu versorgen. Denn jene Flüssigkeit, die der Körper verliert, muss unbedingt wieder aufgefüllt werden. Der Gedanke, den Körper mit einer besonders kühlen Flüssigkeit zu versorgen, ist übrigens ein falscher: Eine abrupte Abkühlung in Form eines Getränks versucht der Körper unmittelbar mit Wärmeproduktion auszugleichen - mit dem Ergebnis, im Anschluss noch mehr zu schwitzen. Dagegen eignen sich lauwarme und warme Getränke besser. Ebenso ist es ein Mythos zu glauben, dass starkes Schwitzen ein Anzeichen für einen schlecht trainierten Körper ist. Dennoch: Wer regelmäßig Ausdauer trainiert, kann der Körper auf idealeres und vor allem effizienteres Schwitzen hintrainieren. Außerdem ist unser Körper flexibel und lernfähig: Halten wir uns lediglich zehn Tage am Stück in besonders großer Hitze auf, beginnt der Körper sofort mit seinen Reserven hauszuhalten und effizienter zu arbeiten.

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