Goalie-Youngsters von Profis trainiert

Sie hechten von einem Eck ins andere und fangen schier unhaltbare Bälle. Sie, das sind die Teilnehmer der Helge Payer Torwartschule und mitunter die größten Goalkeeper-Talente des Landes. Geführt wird das Camp, wie der Name schon verrät, von Helge Payer, einst Rückhalt im Nationalteam und bei Rapid Wien. Dem Ex-Goalie und mittlerweile ORF-Experten liegt die Ausbildung in Kleingruppen am Herzen.

Anfang Juli, Lindabrunn, Sportschule des Niederösterreichischen Landesverbandes: Dort, wo sich unter anderem schon das österreichische Nationalteam auf kommende Aufgaben vorbereitet hat, tummeln sich rund 40 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 16 Jahren auf dem Platz. Am Outfit unschwer zu erkennen, allesamt Torhüter. 

„Wieviele Tore?“ ruft der Torwarttrainer dem Youngster entgegen. „Null“ kommt es wie aus der Pistole geschossen zurück. Der Torwarttrainer ist kein geringerer als Helge Payer, der gemeinsam mit seinem Trainerteam, bestehend aus acht weiteren Coaches, rund vier Dutzend junge Torleute im Rahmen eines einwöchigen Camps auf die neue Saison vorbereitet.

„Die Feriencamps sind der Höhepunkt unserer Tätigkeiten“, so Payer, „unter dem Jahr trainieren wir mit den Burschen in Himberg und Lindabrunn fünf Mal pro Monat.“ Im Rahmen des Camps wird das Training intensiviert. Hier kommen die Burschen zu zwei Trainingseinheiten pro Tag. „Ist wie hier in Lindabrunn die Übernachtung inkludiert, dann haben die Teilnehmer über Mittag eine verordnete Bettruhe, denn zwei Einheiten pro Tag bei sommerlichen Temperaturen schlauchen ganz schön.“ Auf die Frage, was denn passiere, wird in dieser Zeit ein Bursch außerhalb des Zimmers erwischt, entkommt Payer nur ein Lächeln. „Der muss dann am nächsten Tag beim Frühstück vor allen ein Lied singen.“

Neun Trainer kümmern sich beim Camp um die Talente. „Mir ist wichtig, dass in Kleingruppen trainiert wird. Nur wenn man ausreichend Zeit für jedes Talent zur Verfügung hat, werden deren Fähigkeiten entsprechend rasch verbessert“, informiert Payer. Dass er dafür Top-Leute - allen voran seinen Vater Helge senior, der seinen Filius von Kindesbeinen an bis in das Nationalteam begleitet hat - engagiert, ist für ihn selbstverständlich. „Man lernt nur von den besten am meisten“, ist Payer überzeugt. Ein guter Trainerstab ist auch mit entsprechenden Ausgaben verbunden. „Die Kosten alleine auf die Eltern umzuwälzen geht einfach nicht, das könnten sich die wenigsten leisten. Deswegen gilt mein Dank unseren Sponsoren, allen voran Coca-Cola, für die tatkräftige Unterstützung, ohne die diese Torwartschule nicht realisierbar wäre.“

Viele der Burschen trainieren seit Jahren bei Helge Payer und seinen Trainern. „Es ist toll, wenn man die Entwicklung mitverfolgen kann und es freut einen, wenn das Talent seinen Weg macht und bei namhaften Vereinen wie Rapid Wien oder Sturm Graz unterkommt."

Übrigens: Der junge Torwart sollte Recht behalten. Helge Payer donnerte beim Schusstraining die Bälle in imposanter Stärke Richtung Tor, doch die Linie überquerte kein einziger. Eventuell wächst hier der nächste Helge Payer heran …