Ob upgecycelte T-Shirts, einzigartige Handyhüllen, schmackhafte Business-Kuchen oder Fanartikel mit Anime-Bezug: Die Vielfalt der Junior Companies bei „Schule macht Wirtschaft“ ist groß.

BHAK Wien 22, Polgarstraße (ins benachbarte Gymnasium ging übrigens ein gewisser David Alaba): Philipp Bodzenta von Coca-Cola ist zu Gast. Mit ihm Redakteur Stefan Mey, Fotograf Rudi Föse und Marketing-Mitarbeiterin Andrea Fanschek vom Magazin trend. Das Begrüßungskomitee bilden neben Direktor Christian Posad die beiden Lehrerinnen Waltraud Kircher und Monika Kases. Der außerschulische Besuch ist leicht erklärt.  

Die beiden Pädagoginnen kaufmännischer Fächer haben eine ihrer zweiten Klassen bei der Initiative „Schule macht Wirtschaft“ angemeldet. Dort reichen die Schülergruppen ihre Geschäftsideen in Form von Junior Companies ein und werden von den Managern der Initiativ-Partner wie Coca-Cola besucht.

Im Rahmen einer Junior Company entwickeln Schüler eine Geschäftsidee und gründen für die Dauer eines Schuljahres ein Junior Unternehmen. Sie bieten ihre Dienstleistungen oder Produkte gegen Entgelt am realen Markt an. Sie handeln also mit wirklichen Waren um wirkliches Geld.

Die Schüler lernen also anhand eines realen Projekts wie es ist, als Start-Up-Unternehmen zu performen. Business-Pläne werden erstellt, verworfen, adaptiert und letztendlich umgesetzt. Wie mannigfaltig die Ideen sein können, zeigt der Vormittag in Wien Donaustadt. Das Projekt „Socket“ hat es Coca-Cola Unternehmenssprecher Philipp Bodzenta besonders angetan. Dabei bieten die Schüler eine Auswahl an stylischen und recycleten Kleidungsstücken an. Vor allem der Upcycling-Aspekt war ausschlaggebend. Die Shirst bestechen durch ihre markanten Aufdrucke einer Meerjungfrau und einer Fliege. Sichtlich nervös, aber dennoch gut vorbereitet präsentierten die Schülerinnen ihr Projekt und stellten sich danach den Fragen seitens Bodzenta. Danach wurden die drei weiteren Klassenprojekte beschlossen. Die „Beleco Junior Company“ stellt Handyhüllen in individuellen Designs her, „Magic Business Cakes“ verwöhnt seine Kunden mit köstlichen Kuchen und „Proud to be a Freak“ widmet sich der Erzeugung von Fanartikeln und Merchandising-Artikel im Anime- bzw. Serien-Style.

Philipp Bodzenta mit den vertretern der vorgestellten junior companies

Philipp Bodzenta mit den Vertretern der vorgestellten Junior Companies

„Beim einen oder anderen wurde der unternehmerische Geist durchaus geweckt. Es hat sich herauskristallisiert, dass es nicht so einfach ist, ein Unternehmen zu gründen und dass hier viele Faktoren bedacht werden müssen. Die Schüler nehmen also eine Menge aus dem Projekt mit.“
Waltraud Kircher und Monika Kases, Lehrerinnen und Projektleiterinnen

 Während im ersten Part die Schülerinnen und Schüler am „Prüfstand“ waren, stellte sich in Teil zwei Philipp Bodzenta den Fragen der Wirtschaftsfachleute von morgen. „Wie kommt ein Werbespot zustande?“, „Wie groß ist Ihre Marketingabteilung?“ oder „Was ist Ihr wichtigster Marketing-Tipp?“ wollten die Schüler wissen. Philipp Bodzenta ermöglichte der Klasse einen Einblick in die große Werbe- und Wirtschaftswelt, zeigte ein Making Of der Dreharbeiten mit David Alaba. Der wichtigste Ratschlag seitens des Experten - neben dem Klassiker des USP (Unique Selling Proposition, also das Alleinstellungsmerkmal) – war übrigens, Produkte und Dienstleistungen zu erzeugen, die auch einen Bedarf der Kunden abdecken. Nichts ist ökonomisch gefährlicher, als beim Kunden vorbei zu entwickeln und Produkte zu erzeugen, die niemand braucht. Klingt logisch.  

Für die Teilnehmer an „Schule macht Wirtschaft“ war es ein Ausflug in die große weite Wirtschaftswelt, für Philipp Bodzenta ein Trip „back to the roots“, denn rund drei Jahrzehnte zuvor ist er in solch einer Klasse gesessen und hat erste Business Ideen geschmiedet.

www.schulemachtwirtschaft.at