Es gibt kaum ein Forschungsgebiet das die Wirtschaft und unser Leben aktuell mehr beeinflusst als künstliche Intelligenz. Und vor allem in Verbindung mit sozialen Medien entwickelt künstliche Intelligenz ungeahnte Kräfte.

Wie intelligent ist künstliche Intelligenz?

Dabei ist künstliche Intelligenz ein missverständlicher Begriff. Wir sind noch Lichtjahre davon entfernt Roboter zu entwickeln, die eine eigene Meinung oder gar Gefühle entwickeln könnten. Wenn es überhaupt jemals möglich sein wird.

Was wir unter künstlicher Intelligenz verstehen ist immer noch nichts anderes als ein klassisches Computerprogramm, das sich entweder für oder gegen eine Möglichkeit entscheidt. Je nach dem was ihm vom Menschen einprogrammiert wurde: wenn folgende Umstände eintreffen, folgt folgende Konsequenz. Das Programm entscheidet niemals aus eigenem Antrieb.

Big Data

Doch mit Big Data wurden selbstlernende Systeme möglich. Durch die große Menge an Daten, die außerdem durch besonders schnelle Computer erfasst und ausgewertet werden können, können künstliche Intelligenzen genaue Wahrscheinlichkeiten und Rückschlüsse ziehen und selbst nach Korrelationen suchen, die wieder neue Wahrscheinlichkeiten versprechen.

Künstliche Intelligenz kann in unglaublich vielen Bereichen eingesetzt werden. Beispielsweise werten sie heute schon mit höherer Genauigkeit Röntgenbilder aus als erfahrene Ärzte. Sie können Buchhaltung fehlerfrei und zeitsparend bearbeiten und komplexe Kundengespräche führen.

Künstliche Intelligenz gibt des auch in Österreich

Die Wiener Firma Prewave hat sich darauf spezialisiert, Informationen aus dem Internet systematisch zu generieren und auf mögliche Risiken für Unternehmen zu scannen. Öffentlich zugängliche Informationen in sozialen Medien oder aus regionalen Internet-Zeitungen werden auf bestimmte Ereignisse untersucht.

Wo gibt es Unruhen, Streiks, Wasserknappheit, Umweltkatastrophen? Welche Ereignisse können Lieferketten gefährden? Welche Firmen beschäftigen Kinder in ihren Betrieben?

Durch das Zusammenführen von öffentlich zugänglichen Informationen können international Rückschlüsse gezogen werden, die von großen Wert für die Wirtschaft sind.

Soziales alles Miteinand

Gleichzeitig entwickeln sich soziale Medien immer weiter. Waren vor 10 Jahren Facebook, Instagram und Twitter die einzigen Plattformen, die zählten, gibt es heute immer mehr solche, die sehr unterschiedlich angewendet werden und auch unterschiedliche Möglichkeiten bieten um von Firmen wie Prewave „angezapft“ zu werden.  Die chinesische Plattform Tiktok zum Beispiel hat heute schon mehr User als Instagram und Facebook zusammen.

Diese Entwicklungen sind für die Wirtschaft insgesamt eine Herausforderung. Um Zielgruppen zu erreichen, müssen sie auf diesen Plattformen präsent sein. Und das möglichst effektiv.

Konzerne sind aber keine Schnellboote. Eher große Tanker, die nur langsame Lenkmanöver vollziehen können. Die sozialen Medien entwickeln sich aber jedes Jahr weiter und zwar auf nicht vorhersehbarer Weise.

Nach der Zukunft greifen

Das Internet und die Technik sind also beides: Willkürlich und berechnend. Sie verbessern die Vorhersehbarkeit von Ereignissen und können sich in unerwartete Richtungen auswachsen.

Über kurz oder lang werden sie auch unsere Arbeitswelt stark beeinflussen. Wir werden künstliche Intelligenzen als Vorgesetzte erhalten, die uns Jobaufträge erteilen und unseren Workflow organisieren.

Spätestens dann werden wir vor allem eins brauchen: Mehr Transparenz. Denn wir müssen wissen, nach welchen Motiven Computersysteme handeln, wenn sie unseren Arbeitstag verwalten. In Zukunft werden wir mehr IT-Kompetenz in allen Berufszweigen brauchen um künstliche Intelligenz kontrollieren zu können.

Danke an unsere Gäste für die interessante Konversation:

Nathaly Eiche - Digital Manager, The Coca-Cola Company
Lisa Smith - Gründerin Prewave und Unternehmerin des Jahres

Wir möchten uns herzlichst bei Patrice Fuchs für das Gespräch bedanken!