Karriere machen

Was braucht es um Karriere zu machen? Eine gute Ausbildung? Einen eisernen Willen? Ellenbogen? Ganz so einseitig kann man die Frage nicht beantworten. 

Wir haben mit zwei „Karrierefrauen“ gesprochen, die heute im oberen Management arbeiten und haben sie ganz direkt gefragt, wie sie dort gelandet sind. Und die Antworten waren differenzierter, als gedacht: Sich kein zu konkretes Ziel setzen und selten Nein sagen. Das hört sich nicht nach einer Egoboost-Nummer an.


Frauen und Männer – wie streben sie nach Erfolg

Frauen sind es allgemein nicht gewohnt einen Anspruch auf Karriere zu stellen. Sie werden nicht dazu erzogen allein nach vorne zu marschieren. Burschen betreiben im Allgemeinen seit frühester Kindheit Teamsport. Sie übernehmen bestimmte Rollen und fügen sich ihrer Funktion. Der Trainer legt vor, der Stürmer brescht vor und die ... bereitet vor. 

Mädchen haben mehr ungeregelten sozialen Umgang miteinander und dealen sich die Hierarchien in der Peergroup selber aus. Damit sie möglichst harmonisch zusammenwirken können, brauchen sie Strukturen, die zumindest vermeintlich allen Personen die gleiche Wertigkeit zugestehen. Sonst fangen Eifersuchtsspiele und Intrigen an. Auch später im Leben wird es von Frauen oft als „ungerecht“ erlebt, wenn eine einzelne aus ihrer Gruppe befördert wird oder nach Beförderung strebt. Es müssten doch alle ein Recht auf Erhöhung erhalten? Der Wunsch nach einem eigenen Weg und eigenem Erfolg wird als unkollegiales Zurücklassen der Gruppe gewertet in der alle gleichwertig sind und daher keine als „fähiger“ als die andere betrachtet werden darf. 

Karrierefrauen versus Karenzmänner

Eine neue Generation an Frauen wünscht sich heute weit öfter eine Karriere während immer mehr Männer sich nicht das Recht auf Zeit mit ihren eigenen Kindern nehmen lassen. Work-Life-Balance bedeutet für Frauen und Männer ein Verlassen traditioneller Rollen.

Karriere goes Mainstream

Karriere muss nicht verbissen und egomanisch verfolgt werden. Man kann auch mal eine Pause einlegen und in Karenz gehen. Dafür darf jeder sich ganz gezielt für Aufgaben melden, die einen interessieren und Ansprüche stellen. Nicht nur wer protegiert wird oder aus gutem Haus stammt.

Miteinand in der Arbeit 

Im Gegensatz zu früher, muss man auch nicht dankbar sein „überhaupt einen Job“ zu haben. Firmen bemühen sich ganz bewusst um gute Arbeitskräfte und wissen heute, dass sie was bieten müssen, wenn sie kompetentes Personal finden und halten wollen. 

Es herrscht am Arbeitsmarkt ein starkes Miteinander aller Seiten: Frauen, Männer, Arbeitnehmer und Arbeitgeber brauchen einander um gut zu kooperieren. Das kann man heute deutlicher sehen, als jemals.

Über die Herausforderungen im Beruf, Work-Life-Balance und das Miteinander in der Arbeit unterhalten sich heute:

Karin Seywald-Czihak - Geschäftsführerin, ÖBB-Werbung GmbH
Elisa Aichinger - Senior Manager Consulting, Human Capital, Deloitte Österreich

Wir möchten uns herzlichst bei Patrice Fuchs für das Gespräch bedanken!