Get active Social Business Award

Der Get active Social Business Award gibt seit 2007 Social Businesses die Chance, einerseits wichtiges Startkapital zu gewinnen, andererseits aber nicht minder wichtig Expertisen von Fachleuten einzuholen, was Business Plans, Konzepte oder Vernetzungen anlangt. Einer dieser Experten ist Olivia Rauscher, sie ist Bereichsleiterin für den Bereich Wirkungsanalyse und Senior Researcherin am Kompetenzzentrum für Nonprofit Organisationen und Social Entrepreneurship der WU Wien und begleitet den Get active Social Business Award von Beginn an mit viel Einsatz und Leidenschaft. Danke dafür!

Olivia, was macht man als Bereichsleiterin für den Bereich Wirkungsanalyse und Senior Researcherin am Kompetenzzentrum für Nonprofit Organisationen und Social Entrepreneurship der WU Wien? Wie sieht dein normaler Arbeitstag aus?
Generell ist das Kompetenzzentrum eine Forschungseinrichtung der WU Wien und beschäftigt sich hauptsächlich mit der Durchführung von praxisnahen Projekten zu Themen die für NPOs und Sozialunternehmen relevant sind. Wir verstehen uns als Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis. Wir haben unterschiedliche Schwerpunkte, wovon einer die Wirkungsanalyse ist. Als Leiterin dieses Bereichs sorge ich für die Akquise von Projekten, leite Studien zu unterschiedlichen Themen, halte Workshops oder Vorträge und vernetze mich mit anderen Wirkungsforschern und NPOs. Mein Arbeitsgebiet ist sehr abwechslungsreich und spannend, weil wir unterschiedliche Themen behandeln, die von Gesundheit über Arbeitsmarkt bis hin zu Kultur, aber natürlich auch Social Business reichen. An einem Tag beforschen wir die Wirkungen der Jugendarbeit in Österreich und am nächsten Tag die Wirkungen eines Entwicklungszusammenarbeitsprojektes in Äthiopien.

Wann bist du das erste Mal mit dem Get active Social Business Award in Berührung gekommen?
Das war 2007, als der Award noch „Ideen gegen Armut“ geheißen hat. Heuer wurde der Preis zum elften Mal verliehen und ich bin eigentlich von Anfang an dabei. Das Projekt hat sich sehr schnell zu einem meiner Herzensprojekte entwickelt. Ich bin sehr dankbar, Teil dieses tollen Awards sein zu dürfen.

Beim Get active Social Business Award
Intensiver Austausch bei den Workshops.

Was hat dich bisher beim Get active Social Business Award am meisten beeindruckt?
Es sind die vielfältigen Ideen und die tollen Menschen dahinter, die mich immer wieder faszinieren. Jährlich screenen wir zwischen 60 und 80 Projekte. Man möchte meinen, dass man dabei nach über zehn Jahren schon irgendwie alles kennt. Aber das ist absolut nicht der Fall. Immer wieder kommen neue Ansätze hervor, neue Problemlagen werden entdeckt und versucht, auf innovative Weise zu lösen. Die meisten der Projekte stehen am Beginn und die Menschen dahinter sind mit unendlich viel Engagement dabei. Viele machen das ja neben ihrer Arbeit oder ihrem Studium und stecken ganz viel ihrer Zeit und Kraft in ihre Vorhaben. Das ist schon sehr beeindruckend.

Wie sieht deine Rolle beim Award aus?
Mein Part besteht aus zwei Aufgaben. Einerseits bin ich Teil einer fünfköpfigen Jury, die eine Vorauswahl der eingereichten Projektideen trifft. Damit dies transparent ist, führen wir am Kompetenzzentrum ein Screening anhand von relevanten Kriterien durch. Danach wählen wir als Jury aus den Screening-Ergebnissen rund zehn Projekte aus, die zu einem Workshop-Wochenende nach Stegersbach eingeladen werden. Dort coachen unterschiedliche Experten die Einreicher und es gibt Inputs zu Themen wie Business Plan-Erstellung u.ä. Hier helfe ich natürlich mit meinen Erfahrungen und meinem Wissen. Nach diesem Wochenende können die Projektleiter ihre Business Pläne noch einmal überarbeiten. Die Jury wählt danach jene aus, die zur Endpräsentation vor dem Advisory Board geladen werden, dass letztendlich über den Gewinner oder die Gewinnerin entscheidet. Im Grunde haben aber bereits alle Projekte, die im Finale stehen bereits gewonnen, da sie tolle Businesspläne erarbeitet haben, sich vernetzt haben und einiges an medialer Aufmerksamkeit bekommen.

Und die zweite Aufgabe?
Meine zweite Aufgabe besteht darin, die Siegerprojekte zu evaluieren. Dabei begleiten wir sie ein Jahr lang und untersuchen, welche Wirkungen die Projekte für die Gesellschaft erzeugen, d.h. welcher gesellschaftliche Nutzen durch die umgesetzten Ideen entsteht.

Welche Dos and Donts kannst du jungen Unternehmern mitgeben, die im Bereich Social Business tätig sein wollen?
Das ist schwer allgemein gültig zu beantworten. Ganz wichtig ist, dass sich die Projektbetreiber nicht unterkriegen lassen. Kleinere und größere Rückschläge gehören dazu. Ein Social Business gründet sich nicht von heute auf morgen. Wir laden deshalb zu den Stegersbach-Workshops auch immer  spannende Gäste ein, die über ihrer Erfahrung erzählen. Bei den wenigsten ist der Erfolgsweg geradlinig verlaufen. Ein weiterer wichtiger Tipp ist, sich zu vernetzen. Gemeinsam erreicht man einfach mehr als alleine. Wir sehen im Laufe des Awards immer wieder spannende Entwicklungen, wie bspw. wenn zwei Projektgruppen erkennen, dass sie ähnliche Felder behandeln und ein Austausch an Wissen und Erfahrung oder gar ein Zusammenschluss sehr hilfreich sein kann. Wichtig ist, sich einzugestehen, wo es an Knowhow fehlt und sich hier Hilfe von außen in Form von Partnerschaften oder Kontakten zu holen.

Coaching beim Get active Social Business Award
Coaching durch Experten in Einzelgesprächen.

Welche kleinen Maßnahmen und Schritte kann jeder setzen, um der sozialen Ungleichheit sowie Armut (auch im unmittelbaren Umfeld) entgegen zu wirken?
Ich bin sehr dankbar für diese Frage. Ich bin überzeugt, dass jeder einen Beitrag leisten kann. Wenn wir an Armut denken, blenden viele das angesprochene unmittelbare Umfeld aus. Auch bei uns in Österreich sind viele Menschen aufgrund von Altersarmut, Bildungsarmut, Fluchthintergrund oder Behinderungen ausgegrenzt. Wenn man aufmerksam durch die Welt geht, erkennt man sehr schnell, wenn jemand Hilfe braucht. Dann gilt es, nicht wegzuschauen, sondern Möglichkeiten der Unterstützung zu suchen. Wenn man es nicht selbst direkt kann, so kann man den Kontakt zu Organisationen und Menschen herstellen, die das können.

Kann man darüber hinaus noch etwas machen?
Ja, man kann die positiven Geschichten erzählen. Geschichten von Menschen, die es geschafft haben, aus Notlagen herauszukommen. Wir leben leider in einer Welt, die getragen ist von Negativschlagzeilen. Damit werden Ressentiments, Hass und Ängste geschürt. Hier kann jeder etwas dagegen tun, indem man wieder die positiven Geschichten in den Mittelpunkt stellt. Wer darüber hinaus noch außergewöhnliche Ideen hat, wie man Armut und Ausgrenzung begegnen kann, ist gerne eingeladen, beim Get active Social Business Award mitzumachen. Wir freuen uns über jede Einreichung!

Get active Social Business Award: Coca-Cola sagt Danke!

An dieser Stelle bedankt sich Coca-Cola bei Olivia Rauscher stellvertretend für alle Experten und natürlich auch Teilnehmer, die den Get active Social Business Award jedes Jahr zu einem beispiellosen Nährboden für fruchtbare und vor allem für die Gesellschaft nützliche Projekte machen.