Die Spielbranche hat 2018 mehr Umsatz als Hollywood gemacht und die Prognosen stehen weiterhin auf Wachstum. Titel wie Apex Legends verdeutlichen diesen Boom und die Leidenschaft der Community - innerhalb nur eines Monats konnten sich über 50 Millionen Spieler dafür begeistern.

Casual Gaming vs. E-Sports

Sieht man sich die Zuseherzahlen der größten Livestreaming-Plattform Twitch an, werden wahrscheinlich manche klassischen Medienanstalten neidisch: 2018 haben durchschnittlich über 1 Million Personen pro Tag Inhalte auf Twitch konsumiert. Den höchsten Peak gab es dabei während des Livestreams der E3, einer der bedeutendsten Messen für Computer Spiele weltweit, mit 1.792.107 gleichzeitigen Zusehern. Nur ein Teil davon fällt allerdings auf E-Sport im speziellen.

Der Unterschied zwischen Casual Gaming und eSports lässt sich gut mit dem Unterschied von Breitensport und Leistungssport vergleichen: Eine Partie Fußball unter Freunden und ein Bundesliga Spiel fallen beide unter den Begriff „Fußball“, aber ersteres wäre als „Casual Gaming“ und das andere „E-Sports“ oder „eSports“ einzustufen.

E-Sport Fans sind zwar ein Teil der Gaming-Community, aber nicht jede/r GamerIn ist automatisch E-Sport Fan. In einer Studie hat newzoo.com herausgefunden, dass die Verteilung zwischen Personen, die hin und wieder E-Sports schauen und „richtigen“ Fans ziemlich gleich verteilt ist. Das wirklich spannende dabei ist aber ihre Wachstumsprognose bis 2022 – der Hypetrain nimmt gerade erst Fahrt auf!

Professionelles Gaming oder E-Sports?

Der Hype E-Sports ist mittlerweile auch in Österreich angekommen. Wenn man tiefer eintaucht und aktuelle Diskussionen mitverfolgt sieht, dass zwei Themen aktuell die Gemüter erhitzen:

  • Wie definiert man E-Sports?
  • Ist E-Sports Sport?

Für die Antwort auf die zweite Frage braucht es einen eigenen Beitrag, der folgen wird. Aber die erste Frage lässt sich relativ eindeutig beantworten: Genauso, wie es keine offizielle Definition von Sport gibt, ist es auch im E-Sports noch schwer, die genauen Rahmenbedingungen abzustecken und bietet immer wieder Stoff für Diskussionen. In ein paar Punkten sind sich aber der Großteil der Akteure einig. Unter E-Sports fallen Spieletitel,

  • die im Wettkampf gegeneinander ausgetragen werden,
  • vergleichbare Ergebnisse aufweisen,
  • nach klar definierten Regeln gespielt werden, und
  • bei denen Erfahrung und Können maßgeblich den Ausgang der Begegnung bestimmen.

Was unterscheidet nun professionelles Gaming von E-Sports? Im Endeffekt ist es eine Definitionssache. Während E-Sports zum Teil – vor allem im Marketing – schon sehr inflationär gebraucht wird (Stichwort „Buzzwords“), beschreibt professionelles Gaming einfach die Grundzüge bzw. Grundelemente, die E-Sports ausmachen. Man kann auch sagen, dass sich E-Sports vor allem durch offizielle Turniere und Wettkämpfe auszeichnet, während ein professioneller Gamer auch durch Streams und dadurch entstandene Sponsorings sein Geld verdienen kann, ohne an Turnieren teilzunehmen.

Wie geht es weiter?

Im nächsten Teil werden wir uns eingehender mit dem internationalen Hype E-Sports beschäftigen und wie die heimische Szene aufgebaut ist. Außerdem werden wir erklären, welche Fähigkeiten eine/n professionelle/n GamerIn / „E-SportlerIn“ kennzeichnen.