Der südafrikanische Aktivist und Politiker Nelson Mandela hätte heute seinen 100. Geburtstag gefeiert. Grund genug für den preisgekrönten österreichischen Fotografen Lois Lammerhuber der afrikanischen Ikone einen Abend im Rahmen seines Fotofestivals La Gacilly-Baden zu widmen.


Lois Lammhuber
Lois Lammhuber ©Francis Giacobetti

Lois Lammerhuber ist Fotograf und Verleger, arbeitete bereits für zahlreiche renommierte Magazine und wurde mit internationalen Preisen ausgezeichnet. 2014 erhielt er das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst. Der Niederösterreicher brachte das berühmte Fotofestival aus La Gacilly nach Österreich. In diesem Jahr trägt die bis Ende September dauernde Ausstellung den Titel „I love Africa“. Am 18. Juli, dem 100. Geburtstag von Nelson Mandela, widmete Lammerhuber gemeinsam mit den Organisatoren einen Abend dem südafrikanischen Aktivisten.

 

„Mit Nelson Mandela verbindet mich ungeheurer Respekt und das stürmische Gefühl gegen Ungerechtigkeit einzustehen. Auch wenn es Jahrzehnte dauert. Mandela ist für mich ein Vorbild an Charakterstärke. Und natürlich ist er auch einer der ikonographischen Helden meiner Generation“, so Lammerhuber zum Antrieb, einen Abend für Mandela zu gestalten. Den Profifotografen fasziniert die Person Mandela seit Jahrzehnten: „Dass in der Politik mit friedfertigen Mitteln eine so radikale Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse erreicht werden kann, wie das Ende der Apartheid und der Übergang zur Demokratie in Südafrika, kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.“ Dass Mandela ein einzigartiger Mensch und ein Vorbild für uns alle sei, wurde für Lammerhuber durch die Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis 1993 unterstrichen.

© Pascal Maitre
©Pascal Maitre

Das Festival La Gacilly-Baden Photo ist unter anderem der sehr ausgeprägten Porträt-Fotostudio-Kultur in den 60-iger und 70-iger Jahren vor allem in Subsahara-Afrika gewidmet. „Innerhalb des Schwerpunktes zeigt das Festival auch einige Arbeiten, die sich sehr kritisch mit Themen auseinandersetzen, die uns alle angehen. Darunter sind auch Bilder des gebürtigen Südafrikaners Brent Stirton. „Stirton wurde bereits neun Mal mit dem World Press Photo Award ausgezeichnet und zählt damit wohl zu den wichtigsten Fotografen der Welt“, so Lammerhuber. Allgemeiner gefasst ist die Ausstellung von Pascal Maitre unter dem Titel „Afrikanische Versionen“. Darin fasst der Franzose diesen einzigartigen Kontinent in faszinierende Bilder. „Oft vergessen wir das: Die Unbekannten auf unseren Fotos sind die wahren Akteure auf der Bühne der Welt-Nachrichten“, ist Maitre überzeugt, „die Männer und Frauen, die unsere Bilder füllen, bleiben die mal tragischen, mal glücklichen Helden von Geschichten, in denen wir Fotojournalisten zwar physisch präsent sind, aber nur als Zeugen, nicht als Akteure.“

©Malick Sidibe

Wie der Fotograf diese Stimmung eindrucksvoll in Bilder gefasst hat, lässt sich noch bis 30. September beim Festival La Gacilly-Baden Photo besichtigen. Mehr Infos dazu unter festival-lagacilly-baden.photo.