Ein ganz besonderes Event versteckte sich hinter einem der Türchen des Coca-Cola Online-Adventkalenders. Vier Kalligraphen – keine Sorge, googeln ist nicht notwendig, Kalligraphie ist die Kunst des Schönschreibens per Hand – gestalteten Weihnachtskarten der besonderen Art für Coke Fans. Mit dabei war auch Natascha Safarik, die ihre Leidenschaft für das Schönschreiben zu ihrem Beruf gemacht hat und auf ihrem Blog Tintenfuchs zeigt, was sie händisch so alles drauf hat.

Profi-Schönschreiber - Kalligraphen

Coca-Cola Fans, die auf der Suche nach ganz außergewöhnlichen und persönlichen Weihnachtskarten waren, wurden hinter dem 13. Türchen des Coca-Cola Online-Adventkalenders fündig. Per Los wurden jene Texte gezogen, die Profi-Schönschreiber, sogenannte Kalligraphen, auf Karten verewigten, die danach postalisch zugestellt wurden. Dabei versuchte sich auch der Coca-Cola Weihnachtsmann und Bloggerin Kim Lianne im Schönschreiben, denn „das kann jeder bis zu einem gewissen Grad lernen“ ist Natascha Safrik überzeugt. Wir haben mit der Wienerin gesprochen, wie man das Talent zum Schönschreiben entdeckt und zu seinem Beruf macht. Zuvor aber noch ein kleiner Video-Einblick in die Coke-Schreibwerkstatt der besonderen Art.

Natascha Safrik über die Kalligraphie

Natascha, wie und wann hast du die Kalligraphie für Dich entdeckt?
Schrift fand ich schon immer faszinierend, aber erst nach meinem Studium habe ich die Kalligraphie für mich entdeckt. Ich wollte immer schöne Designs mit Schrift gestalten und habe dann festgestellt: Fertige Fonts, so schön sie auch sein mögen, tun einfach nie genau das was ich gerne von ihnen hätte. Also habe ich mir gedacht, dass ich das dann wohl einfach selbst schreiben muss. Aus „einfach“ wurde nichts, aber es hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich nie mehr damit aufgehört habe.

Hast du eine spezielle Ausbildung gemacht?
Als ich wusste, dass ich nur mehr schreiben möchte, habe ich viele Kurse besucht und bin dafür zu Meisterkalligraphen in die USA, nach Italien, Polen und andere Länder gereist. Ich schreibe mit der Spitzfeder und diese Schriften kommen im deutschsprachigen Raum erst jetzt langsam an. Es war sehr schwieriger, damals an die nötigen Informationen und Materialien zu kommen, daher bin ich zu den Leuten gereist, die mir etwas beibringen konnten. Andere machen Urlaub, ich gehe auf Kurse! Dieser damalige Mangel an Information ist auch ein Grund, warum ich jetzt selbst unterrichte: Es soll nie mehr jemand so viel Geld für Trial & Error bei Materialien ausgeben müssen wie ich …

"Tintenfuchs" Natascha Safarik

Katharina Lassnig

Wie sieht ein typischer Arbeitstag als Kalligraphin aus?
Mein Tag läuft in etwa so ab: Ich stehe um 6.30 auf und frühstücke mit meinem Freund. Wenn er dann die Wohnung verlässt, beginnt für mich der Arbeitstag, manchmal sogar noch im Pyjama. Oft juckt es mich schon so in den Fingern, dass ich sofort losschreiben möchte. Ich renne also in mein Home Office, wo meistens noch die Arbeiten vom Vortag herumliegen (wobei das keine Unordnung, sondern Effizienz ist! ), und schreibe los. Ich habe meistens mehrere Aufträge gleichzeitig, zwischen denen ich dann ständig hin und her wechsle, auch zwischen Computerarbeit (z.B. Einladungsdesigns) und Handkalligraphie. So bleibt es spannend. Meist leistet mir mein Kater Gesellschaft. Der weiß ganz genau, wo er nicht hintreten darf. Und in den Kundenschreibpausen mache ich meine eigenen Projekte weiter.

Was war der lustigste oder verrückteste Auftrag, den du je erhalten hast?
Ich bekomme immer wieder schräge Gegenstände zum Beschriften. Da waren schon dabei: Äpfel, Blätter, Lederstücke, Fächer, Steine, Muscheln, Glaskugeln … sowas ist immer lustig und herausfordernd.

Schreibst du auch Liebesbriefe?
An meine Liebsten oder für Kunden? ;) Solche Aufträge bekomme ich sogar sehr oft. Meistens sind es selbstgeschriebene Gedichte, die dann verschenkt werden. Da wird mir immer ganz warm ums Herz und ich muss aufpassen, dass ich keine Tränen der Rührung auf das Papier tropfen lasse. Ich liebe es!

Was gefällt dir an deinem Beruf am besten?
Dass ich im Pyjama arbeiten kann! Nein, Blödsinn, dass es immer etwas zu lernen gibt. Ich probiere immer wieder sehr gerne neue Sachen aus und entwickle mich weiter. Und wenn ich mir meine Kalligraphie-Helden ansehe, dann gibt es noch so viel Spielraum! Und dann liebe es noch, wenn die Kunden ihre Werke in Händen halten und ihre Augen groß werden und sie sich freuen.

Coca-Cola Weihnachtsmann übt Kalligraphie beim Schönschreib-Nachmittag
Auch der Coca-Cola Weihnachtsmann (2.v.r. - haha, oder besser hoho)und Bloggerin Kim Lianne (ganz rechts) waren beim Schönschreib-Nachmittag mit dabei.

War dein Lieblingsfach in der Schule Schönschreiben?
Das gab es bei mir in der Schule leider gar nicht. Aber ich habe eine schreckliche Erinnerung an eine Volksschullehrerin, die mich vier Seiten neu schreiben ließ, weil ich angeblich „so schiach wie ein Bub“ (ihre Worte!) schrieb. Vier Seiten waren damals die Hölle!

Musst du für Freunde und Verwandte immer Dinge schreiben wie z.B. Tischkarten für eine Hochzeit o.ä.?
Meine Freunde wissen, dass ich vom Schreiben lebe und deshalb bezahlen die mich da auch ganz brav für die Arbeit. Manchmal tu ich dann aber schon jemandem einen Gefallen, weil es mir gerade Freude macht und ich Zeit dafür habe. Oder ich tausche einen Monogramm-Entwurf gegen ein gehäkeltes Stofftier oder einen Kuchen.

Was wünschst du dir zu Weihnachten?
Dass mir ein paar Weihnachtselfen das Büro aufräumen und das Christkind mir die Jahresabschluss-Buchhaltung macht.

Mehr zu Nataschas Kalligraphie

Wer mehr von Nataschas Künsten bewundern will, wird auf ihrem Blog Tintenfuchs, ihrer Facebook-Seite oder auf Instagram @Tintenfuchs fündig.