Die beiden Journalisten Jakob Steinschaden und Bastian Kellhofer berichten für Coca-Cola Journey von der Gründung ihres eigenen Mediums trendingtopics.at. Eine Reise mitten in der größten Umwälzung, die diese Branche seit Erfindung des Fernsehers durchgemacht hat. 

1. Gründen bedeutet ins Eiswasser zu springen.

Aus einer Idee entsteht ein ganzes Universum an Aufgaben und Verpflichtungen, die die Gründer niemals loslassen, die niemals weniger werden. Sie sind immer da. Ich falle todmüde ins Bett und kann doch nicht schlafen. Das Karussell aus Aufgeschobenem und zu Erwartendem dreht seine ewigen Kreise: Wie gut ist das neue Produkt der Konkurrenz? Habe ich die Frist für die Sozialversicherung vergessen? Wie bringe ich morgen Anwaltsgespräch, Vortrag, drei Angebote, zwei Kaffee-Termine und die Artikel unter? Erst nach einigen Monaten lerne ich mit dem dauernden Druck umzugehen. Spaziergänge, mit den Kindern spielen, Räume für andere Gedanken schaffen.    

2. Gründen bedeutet ständig fokussiert zu sein.

Ich arbeite in der Medienbranche. Ich muss kreativ, schnell und genau arbeiten. Attribute, die durch Ruhe und Regelmäßigkeit entstehen. Attribute, die verloren gehen, wenn der Fokus fehlt. Nur wie hält man ihn aufrecht, wenn man plötzlich selbst für das Begleichen aller Rechnungen verantwortlich ist und der Lohn am Monatsende nicht mehr automatisch auf dem Konto aufscheint, sondern man selbst für die Einkünfte zu sorgen hat?

3. Gründen bedeutet tägliches Lernen.

Ich habe mich mit Anwälten gestritten, mit Steuerberatern diskutiert, Investoren beruhigt, Vorträge vor vielen hundert Leuten gehalten, Situationen erlebt, die vor Monaten noch außerhalb meiner Vorstellungskraft lagen. In den ersten sechs Monaten habe ich Wissen und Erfahrungen gesammelt, die alle Auslandsreportagen und Exklusiv-Interviews in den Jahren zuvor nicht aufwiegen können.

4. Gründen bedeutet bedingungsloses Vertrauen.

Für meinen Mitgründer Jakob Steinschaden lege ich die Hand ins Feuer und er tut das für mich auch. Ich sehe ihn häufiger als meine Kinder. Wir haben Charaktere, die unterschiedlicher kaum sein können. Das ist manchmal furchtbar schwierig jedoch oftmals furchtbar sinnstiftend. Jakob hat eine Idee, ich kenne die passenden Leute. Wir haben uns antrainiert mit unseren Gedanken Ping-Pong zu spielen. Ein Gedanke ergibt den nächsten Schritt, der ergibt wieder das nächste Puzzleteil unseres großen Plans.   

Mittlerweile zu dritt – Seit 1. Februar unterstützt die erfahrene Journalistin Sara Grasel das Medien-Startup.
Mittlerweile zu dritt – Seit 1. Februar unterstützt die erfahrene Journalistin Sara Grasel das Medien-Startup.

Raffael Stiborek

5. Gründen bedeutet Unsicherheit.

Wenn alle Pläne scheitern, sei es selbstverschuldet oder durch äußere Umstände herbeigeführt, gibt es kein Sicherheitsnetz. Es gibt keinen Verantwortlichen, nur mich selbst. Ich trage die volle Last für die Mitarbeiter und mich.

6. Gründen bedeutet eigene Ideen Wirklichkeit werden zu lassen.

Eigentlich wollten wir nur Hotelkosten sparen. Wir haben Schmäh geführt und nachgedacht und zwei Monate später ein Wohnmobil gekauft. Unsere rollende Redaktion. Ausgerüstet mit neuesten Gadgets aus der Welt der Technik. Ein Gedanke ergibt den nächsten. So entstehen die Dinge bei uns. Die Geschwindigkeit nimmt mir manchmal jedoch ein wenig den Atem.

7. Gründen bedeutet unglaubliche Glücksgefühle.

Wenn ein Artikel viral geht, wenn wir mit Partnern wie Coca-Cola Journey eine Jahreskooperation vereinbaren, oder wenn wir die Mitarbeiterin bekommen, die wir unbedingt haben wollten... dann schießen die Endorphine in den Organismus und beleben alles. Für diese Momente rentiert sich die Unsicherheit, die Angst vor dem Scheitern.

8. Gründen bedeutet selbstbestimmt zu leben.

Es ist meine Entscheidung, wie ich den Tag verbringe. Es ist meine Entscheidung, wann ich aufstehe, das Haus verlasse und wann ich abends wieder heimkehre. Es ist meine Entscheidung, in welche Richtung wir unsere Plattform entwickeln. Seit der Gründung hat der Montag seinen Schrecken verloren. Ich liebe es, im Büro zu sein, weil jeden Tag etwas passieren kann, das das Schicksal unserer kleinen Firma für immer verändert.