Das Filmfestival am Wiener Rathausplatz ist ein Must im Sommerprogramm für Wiener und Wien-Besucher, die dort kulturell und kulinarisch verwöhnt werden. Für die besten Burger vor Ort sorgt Philipp Stainer mit seinem Team vom Coca-Cola/Hannersberg-Stand. Wir haben mit dem Eventgastronomen über die besonderen Herausforderungen und die größten Freuden in diesem Business gesprochen.

Von Anfang Juli bis Anfang September bietet das Filmfestival am Wiener Rathausplatz ein vielfältiges Programm – sowohl für Augen und Ohren, als auch den Gaumen. Während Abends auf der Leinwand Aufführungen wie Schwanensee oder Rigoletto oder Konzerte von Bastille oder Nelly Furtado zu sehen sind, sorgen 26 Gastronomen am Platz dafür, dass über den ganzen Tag frische und vielfältige Köstlichkeiten zur Verfügung stehen. Einer davon ist Philipp „Pippo“ Stainer, trotz seiner erst 34 Jahre ein alter Hase am Rathausplatz. „Seit 12 Jahren arbeite ich hier am Platz, seit 11 Jahren beim Coca-Cola Stand“, so der gebürtige Südtiroler, der sich vom Koch bis zum Standleiter bzw. einem der Geschäftsführer der Betreiberfirma Hannersberg Event KG hinaufgearbeitet hat. Den Fuß erstmals auf den Rathausplatz gesetzt haben seine Geschäftsführer-Kollegen Ronald Gollatz und Markus Fischer 2006. Seither zählt der Burger-Stand zum Fixpunkt der Veranstaltung, die im Durchschnitt von mehr als 900.000 Gästen besucht wird.

Cheeseburger gefällig? Freundliches Service und Top-Qualität sind das Um und Auf für die Betreiber.

© Martin Steiger

Teamplayer für fünf Quadratmeter gesucht

„Das Schöne an der Event-Gastronomie ist die Abwechslung, die ständig neuen Herausforderungen“, so Stainer, „selbst hier am Rathausplatz, obwohl wir schon so lange bei dieser Veranstaltung dabei sind.“ Studentinnen und Studenten finden hier den idealen Sommerjob – deshalb gelte es nahezu jedes Jahr ein neues Team zusammenzustellen. „Wir beschäftigen über die beiden Monate 15 Personen. Wenn sie so weit wären, bei uns Verantwortung zu übernehmen, sind die meisten mit dem Studium fertig und steigen ins Berufsleben ein. Es ist eben jedes Jahr eine Herausforderung, das Team neu zu formen.“ Es gibt dafür auch keinen Probebetrieb. Der Stand wird ein bis zwei Tage vor der Eröffnung aufgebaut und am Tag eins des Filmfestivals um 11 Uhr aufgesperrt. „Der erste Gast am Tag eins muss genau so gut serviciert werden, wie der letzte Gast am letzten Tag. Und in Stoßzeiten geht es schon rund in unserem Stand und das auf engstem Raum. Unsere Mitarbeiter müssen sich also schnell eingewöhnen.“

Burger, Wedges, Crazy Chips und natürlich Coke. Noch bis 2. September beim Filmfestival am Rathausplatz in Wien.

© Martin Steiger

Auf etwas mehr als fünf Quadratmetern werken zu Spitzenzeiten sieben Mitarbeiter. „Es ist Teamfähigkeit gefordert, denn die Abläufe müssen reibungslos verlaufen. Hier muss jeder Rücksicht auf den anderen nehmen.“ Doch nicht nur im Team des Coca-Cola/USA-Stands ist der Zusammenhalt groß. Alle „Standler“ am Platz sind eine eingeschworene Gemeinschaft. „Es ist ein wenig wie ein Zeltlager hier. Wir helfen einander aus, wenn beim einen oder anderen etwas fehlt oder ausfällt. Nur so funktioniert das Festival reibungslos.“

Produkte vom Hersteller des Vertrauens

Die Auflagen seitens der Veranstalter Stadt Wien und Do&Co sind hoch. „Und das ist gut so“, so Stainer, „denn nur auf diesem Weg kann das Niveau gehalten, frische Produkte und somit auch zufriedene Gäste garantiert werden.“ Convenience ist verboten, die Ware kommt jeden Tag frisch. „Anders wäre es aufgrund der geringen Lagerfläche auch nicht möglich.“ Auch die Herkunft der Produkte spielt eine große Rolle. „Unser Fleisch kommt beispielsweise vom kleinen Fleischer aus Großpetersdorf im Burgenland, unser Brot vom Bäcker im 18. Bezirk. Der liefert sogar nach, wenn sich gegen Abend die Lagerbestände leeren.“ Ausgegangen ist Pippo noch nie etwas. „Wir wappnen uns jeden Tag für den allergrößten Andrang.“ Denn auch nach mehr als 10 Jahren Filmfestival-Erfahrung ist es ihm noch nicht gelungen, Publikumszahlen und somit auch den Warenverbrauch gut vorauszusagen. „Da gibt es so viele Faktoren wie das Programm oder das Wetter. Es gab sonnige Tage, da war wenig los, aber andererseits wieder windige oder regnerische Abende, an denen der Platz gerammelt voll war.“

Große Herausforderung für Coca-Cola HBC Österreich

Damit alles reibungslos am Rathausplatz abläuft, sind große logistische Herausforderungen der Veranstaltung zu meistern. „Wir von Coca-Cola HBC Österreich liefern nicht nur täglich Ware zum Rathausplatz, sondern stellen auch alle Schankanlagen sowie Kühlgeräte zur Verfügung“, informiert Ronald Kreutzer, National Key Account Manager bei Coca-Cola HBC Österreich. Das beinhalte natürlich auch das gesamte technische Service, so Kreutzer. „Bei solch einem Event zählt jede Minute und hier ist es wichtig, rasch vor Ort zu sein, wenn es technische Probleme gibt.“ Kreutzer selbst ist Stammgast beim Coca-Cola/Hannersberg-Stand: „Das Filmfestival ist aber jedes Jahr nicht nur ein Hotspot für alle Touristen, Wienerinnen und Wiener, sondern auch für uns als Marke.“

Coca-Cola HBC sorgt für ausreichend Erfrischung am gesamten Rathausplatz.

© Martin Steiger

Kulinarische Botschafter der Stadt

Stainer sieht sich und seine Stand-Kollegen als kulinarische Botschafter der Stadt Wien. „Nahezu ein jeder Tourist, der im Sommer Wien besucht, schlendert einmal über den Rathausplatz. Wenn wir diese Besucher überzeugen, hat das Festival einen großen Mehrwert für die Stadt.“ Vor allem seine Burger sieht Stainer besonders im Fokus der Veranstaltung. „Burger gibt es weltweit, jeder weiß, wie ein guter Burger schmecken soll. Und hier diesem Vergleich Stand zu halten ist eine große Herausforderung.“ An den Kreationen der Burger wird das ganze Jahr über gefeilt. Rund zwei Monate vor der Eröffnung beginnt die intensive Vorarbeit inklusive Testessen bei Do&Co. „Dort finalisieren wir dann gemeinsam das Gastro-Konzept für die jeweilige Saison“, so Stainer. Daneben gilt es aber noch, die Marketing-Ideen von Coca-Cola miteinzubauen. „Je nachdem, was bei Coke im Sommer so im Fokus steht, passen wir das Konzept und das Aussehen unseres Standes an. In diesem Jahr steht er unter dem Motto ‚Mein Wien. Mein Coke‘.“

Mein Wien. Mein Coke. So lautet in diesem Jahr das Motto.

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Große Freude bei Wiederkehrern

„Der Klassiker ist und bleibt der Cheeseburger“, so Stainer auf die Frage nach dem Dauerbrenner unter seinen Speisen, „aber auch die frisch zubereiteten Crazy Chips sind sehr beliebt.“ Insgesamt verarbeitet das Hannersberg-Team in den 65 Festivaltagen mehr als 17 Tonnen Kartoffeln in Form der Chips oder als Wedges.

Was das Schönste für ihn in diesen zwei Monaten ist? „Mich freut es besonders, wenn Gäste wieder kommen und sagen, bei euch hat es uns sehr gut geschmeckt, das Service war freundlich, wir fühlen uns wohl. Es gibt recht viele, die sich über den Sommer hinweg zu Stammkunden entwickeln“, so der Event-Gastronom.