„Egal was wer hat oder nicht hat, was einer kann oder nicht, er kann zu unserer Gesellschaft dazugehören.“

So bringt Paralympics-Athlet Andy Onea die Intention des Coca-Cola Inclusion Run auf den Punkt. Der erfolgreiche Schwimmer und mehr als 800 weitere Laufbegeisterte schnürten am Samstag des Vienna City Marathon-Wochenendes die Laufschuhe und setzten mit ihrer Teilnahme ein kräftiges Zeichen für ein offenes „Miteinand!“. Insgesamt kommen durch den Coca-Cola Inclusion Run 15.000 Euro Special Olympics Österreich zugute.

Punkt 16:30 Uhr gab Wiens Bürgermeister Michael Ludwig gemeinsam mit Special Olympics Österreich-Präsident Jürgen Winter, Coca-Cola Österreich-Chef Laszlo Niklos und Teilnehmer Clemens de Fenoyl mittels Konfetti-Kanone das Startsignal. So bunt wie die Papierschnipsel sieht der Bürgermeister auch seine Stadt: „Das schönste in einer Stadt ist, wenn sie möglichst bunt ist. In Wien können wir das auch leben. Ich bin sehr stolz, dass der Inclusion Run in Wien stattfindet.“

Konfetti-Kanonen-Start durch Bürgermeister Ludwig und Special Olympics Österreich-Präsident Winter.

© Martin Steiger

Violett für Inklusion

Dass Inklusion bei der Wiener Austria nicht nur ein Anhang in der Vereinsphilosophie ist, wurde beim Inclusion Run deutlich. Angeführt von Präsident Frank Hensel waren viele Kicker der Special Violets, dem Special Needs Team der Violetten, mit am Start. Angefeuert wurden sie von Kapitän Alexander Grünwald und den beiden Trainern Robert Ibertsberger und Roman Stary. „Für uns bei der Wiener Austria ist Inklusion jeden Tag sichtbar. Wir arbeiten dafür, dass diese Menschen in der Gesellschaft die entsprechende Achtung erhalten“, so Präsident Hensel. Sein Pendant bei Special Olympics Österreich, Jürgen Winter, strahlte über das ganze Gesicht ob dieses Signals für mehr Inklusion: „Es ist sehr wichtig für Special Olympics, dass uns Unternehmen, aber auch Teilnehmer bei Veranstaltungen helfen, den Gedanken der Inklusion zu verbreiten. Ich kenne keine ähnliche bedeutende Laufveranstaltung, die Special Olympics solch eine Plattform bietet. Wir sagen Danke im Namen aller Special Olympics-Athleten und Betreuer!“ Special Olympics Österreich darf sich über 15.000 Euro freuen, die sich aus einem Teil der Teilnahmegebühr der Läufer, die von Coca-Cola und den Österreichischen Lotterien verdreifacht wurden, zusammensetzen.

„Es fühlt sich einfach gut an, hier zu laufen.“
                        TV-Koch Alexander Kumptner



Normalerweise wird ihm eher warm am Herd, beim Coca-Cola Inclusion Run wurde ihm warm ums Herz: Alexander Kumptner. „Das ist eine super Geschichte, ich bin begeistert, wie viele Leute hier mit dabei sind, und so viele junge. Ein starkes Zeichen - es fühlt sich einfach gut an, hier zu laufen. Ein nettes Miteinander!“ Ex-Kicker Martin Hiden hat die Einladung ebenfalls gerne angenommen: „Es ist eine Freude zu sehen, welche Emotionen hier frei werden.“ Mehr warm ums Herz als in den Muskeln wurde auf der für sie sehr sehr kurzen Strecke von 800 Metern Spitzen-Marathonläuferin Eva Wutti: „Das ist berührend zu sehen, was heute hier beim Coca-Cola Inclusion Run geleistet wurde. Das relativiert vieles im Leben.“ Ähnliche Töne waren auch von Sängerin Sandra Pires und Schauspieler Wolfgang Böck, der die Teilnehmer als Botschafter der MukoPolySaccharidose-Gesellschaft kräftig anfeuerte, zu hören.

Reges Treiben auf der Strecke.

© Martin Steiger

Warum rennen für Inklusion?

Wolfgang Konrad ist ein Mensch, der viel gesehen hat – ob als Spitzenathlet oder als Veranstalter von Lauf-Events, allen voran des Vienna City Marathons. Aber die erste Auflage des Coca-Cola Inclusion Run im Jahre 2017 hat selbst ihn, den abgebrühten Organisator, überrascht. „Diese Emotionen, diese Freude bei den Teilnehmern und ihrem Umfeld waren sensationell. Mir war sofort klar, der Inclusion Run muss ein fixer Bestandteil des Vienna City Marathons werden. Wir sehen es auch als unsere sozialpolitische Aufgabe.“ An Wolfgang Konrad herangetragen wurde die Idee von Coca-Cola in Person von Philipp Bodzenta: „Wir haben nach den Weltwinterspielen 2017 in der Steiermark nach einer Möglichkeit gesucht, das Thema Inklusion zu verankern und was gibt es dafür besseres, als das größte Sportevent Österreichs. Der VCM bietet die ideale Plattform, wo sich Menschen von dieser Authentizität, dieser Ehrlichkeit der Athleten mit all dieser positiven Stimmung packen lassen können.“

Zwei der mehr als 800 Sieger beim Coca-Cola Inclusion Run.

© Martin Steiger

Ehrliche Emotionen auf und entlang der Strecke

Diesem „Emotionstransfer“ auf das Umfeld spüren auch die Sportler, bestätigt Sylvia Rattenböck, die als Athletin bei zahlreichen Bewerben – natürlich auch beim Coca-Cola Inclusion Run – mit dabei war und nun als Sprecherin Anlaufstelle für Special Olympics-Sportler ist: „Wir sehen die Freude, die wir bei den Zusehern auslösen. Ich höre immer wieder von Menschen, die zum ersten Mal bei Special Olympics-Bewerben dabei sind, dass dieses Strahlen beim Zieleinlauf, unabhängig von Platzierungen, sofort Gänsehaut auslöst. Das gibt uns Athleten natürlich viel Zuspruch.“

Die ersten Läufer im Ziel nahm Coca-Cola HBC Österreich-Chef Frank O’Donnell in Empfang. Aber Sieger gab es nicht nur einen, sondern viele – 824 um genau zu sein, denn so viele Teilnehmer waren mit dabei.