Das Social Start-up discovering hands® hat den Get Active Social Business Award 2017 gewonnen. discovering hands® bildet blinde und hochgradig sehbehinderte Frauen zu Medizinischen Tastuntersucherinnen (MTUs) aus und setzt sie zur Brustkrebs-Früherkennung ein.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Früherkennung kann Krankheitsverläufe positiver gestalten, Kosten sparen und Leben retten. Im Zentrum stehen die besonderen taktilen Fähigkeiten der sehbehinderten MTUs. Durch die Ausbildung werden sie zu Expertinnen. Resultat ist ein unerwarteter Perspektivenwechsel: eine Einschränkung wird zur Begabung und fördert die Gesundheit.  

Geschäftsführerin Marisa Mühlböck erzählt im Interview von der Bewerbungsphase und was der Gewinn der Auszeichnung „Get Active Social Business Award 2017“ für ihr Team bedeutet.

Warum habt ihr euch beworben?

Der Get Active Social Business Award zählt zu den bedeutendsten Auszeichnungen im sozialunternehmerischen Bereich in Österreich. Wir sind in einer wichtigen Aufbauphase und jede Form von Unterstützung – finanzieller Natur, aber auch kommunikativ und beratend – kann in einer solchen Phase einfach entscheidend über Erfolg und Misserfolg sein. Das war großer Ansporn, uns zu bewerben.

Wie ist die Bewerbungsphase gelaufen?

Der erste Schritt war eigentlich sehr einfach – nämlich die Darstellung unseres Projekts, ganz kurz und knackig, in Form eines zweiseitigen Dokuments. Die Herausforderung lag hier eher darin, die Geschichte und vor allem, den gesellschaftlichen Impact, den wir erzeugen, auf den Punkt zu bringen. Auf Basis dieser Informationen hat eine Jury die Auswahl der Finalisten vorgenommen. Heuer wurden 11 Nominees ausgewählt. Uns hat schon sehr stolz gemacht, eines dieser tollen Projekte zu sein, die es eine Runde weiter geschafft haben.

Der ausgeprägte Tastsinn blinder und sehbehinderter Frauen wird eingesetzt, um bereits kleinste Knoten zu entdecken.

Wie hast Du das Wochenende in Stegersbach erlebt?

Stegersbach war sozusagen das Briefing für die zweite Runde. Im Rahmen des Wochenendes erhielten wir wichtige Inputs für die Erstellung des Business Plans. Außerdem konnten wir spannende Kontakte mit ExpertInnen aus unterschiedlichen Bereichen knüpfen. Dabei habe ich persönlich die Diversität der anwesenden Persönlichkeiten als sehr bereichernd empfunden, die uns Tipps aus ihren jeweiligen Perspektiven gegeben haben – profitieren konnten wir von Rechts- und KommunikationsexpertInnen über VertreterInnen von Coca-Cola oder der WU bis hin zum ehemaligen Nationalteamtorhüter Helge Payer (der mich mit seiner unkomplizierten und unglaublich sympathischen Art übrigens schlussendlich zum Fussballfan gemacht hat J).

Ganz besonders wertvoll war aus meiner Sicht aber das Kennenlernen der anderen FinalistInnen. Obwohl wir ja alle KonkurrentInnen waren, war von Anfang an eine sehr wertschätzende und von gegenseitigem Interesse geprägte Stimmung zu spüren. Auch nach dem Wochenende gab es regen Austausch. Mit vielen aus der Runde sind wir weiterhin gut vernetzt und ich hoffe, dass wir das auch bleiben werden.

Wie ging es dann weiter?

Die Erstellung des Business Plans empfand ich doch als recht intensive, aber sehr wertvolle Phase. Schließlich ging es hier um die Details zum gesamten Vorhaben – es galt, Ziele, Zielgruppen, Arbeitspakete, Zeit- und Finanzplanung und natürlich den Social Impact darzustellen. Auch wenn wir den Award nicht gewonnen hätten, wäre diese detaillierte Auseinandersetzung mit dem eigenen Projekt auf jeden Fall sehr wertvoll für uns gewesen.

In einer neunmonatigen Fortbildung werden die Frauen zu "Medizinischen Tastuntersucherinnen" ausgebildet (MTU).

 

Wie waren die Vorbereitungen und der Ablauf des Hearings für dich?

In dieser Phase ging es wieder darum, die detaillierte Darstellung zu kondensieren und verständlich und grafisch ansprechend in Form einer Präsentation auf den Punkt zu bringen. Der große Tag des Hearings vor dem Advisory Board selbst war dann natürlich das große Highlight. Mir war klar, dass wir alle gewinnen können – schließlich waren gerade dieses Jahr unglaublich viele tolle Projekte am Start. Daher hab ich unseren Auftritt ziemlich locker genommen – zwar alle Energien gebündelt und auf meine zehn Minuten fokussiert, aber immer mit dem Wissen, dass alles, was noch kommen könnte, dann einfach die – plakativ gesprochen – Kirsche auf der Torte wäre. Die Urteilsverkündung war unglaublich spannend, und die Freude riesig, als wir erfahren haben, dass wir es tatsächlich geschafft haben.

Was bedeutet der Gewinn des Awards für euch?

Wir sind wirklich mächtig stolz darauf. Schließlich hat ja nur ein Projekt aus vielen großartigen Initiativen gewonnen. Und ich weiß, dass es auch ordentlich knapp war. Wir möchten die Chancen, die sich uns nun bieten effizient nützen. Es gab in der Folge schon einige Medienanfragen, über die wir uns gefreut haben. Und es haben uns auch einige Mediziner kontaktiert, die an einer zukünftigen Zusammenarbeit interessiert wären. Dieser Zuspruch motiviert uns natürlich sehr.

Die glücklichen Gewinner des Get Active Social Business Award 2017: discovering hands

 

Last, but not least: Was sind eure nächsten Schritte und wie kann man euch sonst noch unterstützen, damit discovering hands in Österreich ein Erfolg wird?

  • Wir arbeiten mit Hochdruck an unserem Studienprojekt und allen Evaluierungen, die wichtig für die Anerkennung des Berufsbilds der Medizinischen Tastuntersucherin in Österreich sind.
  • Wer teilnehmen möchte – wir suchen vor allem Frauen ab 40, die im Rahmen der Studie von der kostenlosen Tastuntersuchung profitieren können – findet alle Informationen unter studie.discovering-hands.at.
  • Wir freuen uns auch über jeden einzelnen Like auf unserer Facebook-Seite facebook.com/discoveringhandsat. Herzlichen Dank dafür!

Mehr Infos zu discovering hands finden sich auch auf: www.discovering-hands.at