Lena Kratz, die in ihrem Blog „Mit Handkuss“ immer wieder die Themen Familie und Job aufgreift, hat anlässlich zum Internationalen Frauentag (8. März) mit Evelyne de Leersnyder von Coca-Cola Österreich geplaudert, ob es ohne Abstriche möglich ist, in beiden Lebensbereichen glücklich und erfolgreich zu sein.

Anlässlich des Internationalen Frauentags treffe ich mich mit Evelyne de Leersnyder, seit einem Jahr Commercial Manager von Coca-Cola Österreich. Eine Powerfrau, mit der sich gut diskutieren lässt. Die in Belgien geborene Enddreissigerin, die in ihrer Karriere schon einige Länder gesehen hat, ist nicht nur erfolgreich im Beruf. So „ganz nebenher“ ist sie auch Mutter von zwei kleinen Kindern. Aber wirklich nur so „ganz nebenher“? Das möchte ich herausfinden. Erfolg im Beruf, und doch eine gute Mutter sein? Erfolgreich Kinder erziehen und zugleich als Frau auf der Karriereleiter hinaufklettern? Ist das möglich? Und was braucht es, damit es klappt?

Evelyne redet nicht drumherum: „Mutter sein und erfolgreich eine Berufskarriere verfolgen, ist eine konstante Herausforderung. Du musst es wollen, und Du musst Dich extrem gut organisieren.“ Denn: Führungspositionen sind keine Acht-Stunden-Jobs. Gerade auch dank der neuen Kommunikationsmedien sind Manager allzeit erreichbar … und bis zu einem gewissen Punkt auch verfügbar. Und Kinder lassen sich genau so wenig „abstellen“. Also: Zwei 24/7 Jobs, die es zu verbinden gilt. Ja, mehr noch, wie Evelyne betont: „Du lebst aktiv in zwei Welten, und diese beiden Welten musst Du konstant in Verbindung halten. In der Arbeit hast Du Deine Kinder im Hinterkopf; sie sind präsent. Und daheim? Seien wir ehrlich: Das Geschäft geht mit.“

Die Herausforderung suchen

Für eine Frau wie Evelyne heisst das: Sie muss Kompromisse machen, immer und immer wieder. Aber: Evelyne liebt ihren Beruf, sie sucht die Herausforderung. „Ohne meinen Beruf wäre ich nicht glücklich. Ich wäre keine glückliche Mutter, und meine Kinder würden das spüren.“ Auf was also kommt es an? Evelyne sieht es so: „Ich muss spüren können, dass die Kinder mich lieben, dass ihnen trotz meines beruflichen Engagements nichts fehlt. Würde ich feststellen müssen, dass meine Kinder - oder die Familie, denn ich habe ja auch einen Ehemann - mehr von mir brauchen: Ja, dann müsste ich beruflich zurückstecken.“

„Du lebst aktiv in zwei Welten, und diese beiden Welten musst du konstant in Verbindung halten.“

Darüber hinaus ist es enorm wichtig, dass sichergestellt ist, dass die Kinder bestens aufgehoben sind. „Das muss organisiert sein, und das muss klappen. Die Übereinstimmung mit dem Partner ist wichtig. Schliesslich: „Meine Kinder haben Anspruch auf Quality time. Deshalb frühstücken wir gemeinsam, und den späteren Nachmittag verbringe ich so oft es geht mit ihnen.“ Um dennoch den beruflichen Verpflichtungen voll nachkommen zu können, arbeitet Evelyne nicht nur am späten Abend, sondern steht auch früh auf.

Die entscheidenden Faktoren

Was also sind die entscheidenden Erfolgsfaktoren, um Kind und Beruf unter einen Hut zu bringen? Evelyne nennt an erster Stelle Flexibilität. Wenn erforderlich, geht sie nach Hause und schaut nach den Kindern. Das ist mit Coca-Cola so abgemacht. Dann ein Ehemann und ein Freundeskreis, mit dem man harmoniert und auf den man sich verlassen kann – sonst geht unnötig Energie verloren, die man im Beruf braucht. Das hat sie. Schliesslich gutes Planen und Delegieren; hier ist sie selbst der Chef.

Ich möchte von Evelyne wissen, warum so wenige Frauen in Top-Positionen zu finden sind. Da kommt es natürlich zunächst einmal auf die Unternehmenskultur an. Sie muss darauf angelegt sein, Frauen zu fördern und ihnen zu helfen, Familie und Beruf zu verbinden. Bei Coca-Cola ist dies der Fall. Als Evelyne der Posten als Commercial Managerin vor einem Jahr in Österreich angeboten wurde, kam sie mit der ganzen Familie und sagte: „Mich bekommt ihr nur als Paket. Es muss für uns alle passen!“ Coca-Cola sorgte für die entsprechenden Rahmenbedingungen.

Ein Fachgespräch in zweifacher Hinsicht - als berusftätige Frauen und Mütter.

Martin Steiger

Dann aber kommt es ganz entscheidend auf die Frauen selbst an. Und hier besteht oft die wahre Hürde. Auch sie müssen – wie die Männer, die da weniger ein Problem haben - von ihren Qualitäten, ihren Stärken und ihren Fähigkeiten zu 100% überzeugt sein. Warum Angst haben, wenn man gut ist? Ohne ein gesundes Selbstbewusstsein geht es nicht!

Frauen in Chefetagen haben viel zu bieten

Evelyne ist überzeugt, dass Frauen auf der Chefetage viel zu bieten haben: „Für uns ist Multitasking, das gleichzeitige Wahrnehmen verschiedener Aufgaben, etwas völlig Selbstverständliches. Das ist in unseren Genen. Und auch unsere emotionale Intelligenz ist in der Regel stärker ausgeprägt. Wir reden viel einfacher von Mensch zu Mensch. Wir hören nicht nur zu und verstehen; wir sorgen uns auch um unsere Mitmenschen.“

Das Coca-Cola Projekt 5by20

Das tut Coca-Cola übrigens auch! Soziale Engagements sind für das Unternehmen selbstverständlich. Weltweit engagiert sich Coca-Cola zum Beispiel im „5by20“ Projekt: Bis 2020 sollen vor allem in den armen Ländern der Welt fünf Millionen Frauen, die ein eigenes Geschäft aufbauen wollen, aktive Unterstützung erhalten. Entlang der eigenen Wertschöpfungskette kann Coca-Cola in vielfältigster Weise auf engagierte Frauen zugehen. In Österreich wiederum – wie auch in anderen Ländern – verleiht Coca-Cola jährlich den „Get Active Social Business Award“. 2017 ging die Auszeichnung und das Preisgeld an discovering hands. Eine Initiative, die blinde und hochgradig sehbehinderte Frauen zu Brusttastuntersucherinnen ausbildet, die im Rahmen der Brustkrebsfrüherkennung eingesetzt werden. Heißt konkret: Eine Behinderung wird zur Begabung und fördert die Gesundheit. Gemeinsam wird soziale Benachteiligung in Österreich bekämpft. Wann es 2018 in die heiße Phase geht? „Die Ausschreibung zum diesjährigen Award wird gerade vorbereitet.“

Kinder sehen die Welt mit offenen Augen

Zum Abschluss möchte ich von Evelyne noch wissen, wie ihre Kinder mit den regelmäßigen Umzügen von Land zu Land klarkommen. „Oh“, sagt sie, „mein Ältester spricht vier Sprachen. Er schaut die Welt mit offenen Augen an.“ Und wie sieht es mit Evelynes Me-time aus? Die Powerfrau lächelt, gibt zu, dass sie davon mehr haben sollte. „Aber weisst Du: Ich bin glücklich. Ich habe den Beruf, den ich liebe. Und ich habe die Familie, die ich liebe … und die mich liebt.“