Es wird in den Kindergärten wieder fieberhaft an Riesenpapierherzen und Briefbeschwerern aus Ton gebastelt. Verlässlich zum zweiten Maisonntag wird in den Geschäften das Sortiment an Parfum, Konfekt und Blumen aufmerksamkeitsstark präsentiert. Es ist wieder soweit: der Muttertag naht. Während die einen dem Familienfest voller Vorfreude entgegenfiebern, würden sich manch andere gerne der punktuellen Glückseligkeit verweigern.

Zurückzuführen ist der Tag jedenfalls auf eine US-Feministin namens Anna Jarvis, die 1907 den ersten Muttertag in ihrem Heimatort organisiert haben soll. Ihre Idee basierte damals auf den politischen Zielen der damaligen Frauenbewegung. Anna Jarvis wollte Mütter gewürdigt sehen doch rasch erkannten viele darin eine einfache und erfolgreiche Geschäftsidee.

„Bei einem einfachen, von der Familie selbst zubereiteten Essen mit den Liebsten Zeit verbringen“ oder „sich an einem selbstgepflückten Blumenstrauß erfreuen“ sind Aussagen von vielen Müttern, die zeigen, dass es ihnen sicherlich nicht um kostspielige Geschenke, sondern um gemeinsam verlebte Stunden und Lebensfreude geht. Wir haben für Coca-Cola Journey die erfolgreiche Fußballerin Laura Feiersinger getroffen und gefragt, wie in ihrer Familie der Muttertag gefeiert wird und was Familienleben für sie bedeutet:

Laura, wie begehst du den heurigen Muttertag? Hast du die Möglichkeit, bei Mama und Oma zu sein?

Leider nicht, ich war schon lange nicht mehr daheim bei meiner Mama und Oma am Muttertag. Die meisten Fußballspiele finden am Wochenende statt. Zuletzt habe ich den Muttertag gemeinsam mit meiner Familie gefeiert, als ich 2014 verletzt war – da habe ich viel Zeit zu Hause verbracht, um mich zu erholen.

Du bist mit 17 Jahren ausgezogen, um die deutsche Fußballwelt zu erobern. Für wen war der Abschied schwerer – für dich oder deine Mama?

Anfangs dachte ich, dass es sicher für mich schwieriger war. Ich hatte Heimweh und war schon immer ein „Mama-Kind“. Jetzt weiß ich aber, dass meine Mutter mich natürlich auch sehr vermisst hat, wobei sie aber auch immer viel Zeit mit meiner älteren Schwester verbringen konnte. Ich fühlte mich damals ein bisschen alleine in der großen Welt.

Wie wichtig war deine Mama für deine Kicker-Karriere?

Meine Mama hat zwar selbst kein fußballerisches Talent, aber sie hat mich immer unterstützt, mich überall hingebracht ob Training oder Turnier und sie hat mir auch gerne zugesehen.  

Laura Feiersinger mit Mama Irmgard und Oma Martha.

Wie ist denn der Muttertag in deiner Kindheit abgelaufen? Klassisch mit Muttertagsgedicht und dem Versuch, der Mama ein Frühstück zu machen?

Ja, den Versuch, ein Frühstück zum Muttertag zu zaubern hat es sicherlich gegeben. Meine Oma hat ja ein Gasthaus in Saalfelden geführt und wir hatten am Muttertag geöffnet. Wir Kinder haben immer mitgeholfen, das hat allen Spaß gemacht. Das Gasthaus wird ja auch jetzt noch als Familienbetrieb geführt. Als dann alle Gäste weg waren, hat sich die ganze Familie um den Tisch versammelt und wir haben gemütlich Muttertag gefeiert.

Du bist viel unterwegs, sei es mit dem Club oder der Nationalmannschaft. Wie verbringst du am liebsten die wahrscheinlich zu spärliche Zeit mit deiner Mama oder Oma.

Am liebsten lebe ich den Alltag mit meiner Familie. Ich genieße dann jede Minute, besonders gerne gehe ich mit Mama im Sommer wandern. Wenn Zeit bleibt, sehen wir uns auch gemeinsam einen Film im Kino an. Meine Mama ist nicht nur Mutter für mich, sondern auch Freundin. Sie ist sehr junggeblieben und ich kann mit ihr über alles reden. Und meine Oma sehe ich sowieso täglich wenn ich im Sommer daheim in Saalfelden bin.

Welche Eigenschaften beeindrucken dich bei deiner Mama am meisten? Was versuchst du, zu „kopieren“? Wo seid ihr euch ähnlich? Wo überhaupt nicht?

Mama und ich haben den gleichen Humor, wir können über die gleichen Situationen oder Scherze lachen. Ich bewundere ihre Jugendlichkeit und die Lockerheit, mit der sie den Alltag bewältigt.

Wir danken Laura für dieses Gespräch und wünschen allen Familien einen lebensfrohen Muttertag nach ihrem Geschmack.