Die letzten Wochen haben uns relativ viel Schnee und Eis gebracht, wodurch sich die Laufbedingungen dramatisch verändert haben. Das Training ist natürlich weiterhin im Freien empfehlenswert, wenn du einige Besonderheiten beachtest. Denn auch der strenge Winter bietet erlebnisreiche und tolle Trainingseinheiten: Warum nicht einmal im frischen Schnee joggen gehen? Oder bei heftigem Schneetreiben? Richtig bekleidet kann das Lauftraining zum Erlebnis der besonderen Art werden.

Trainingsintensität

Das vorgegebene Tempo unter diesen Bedingungen zu halten, ist natürlich unmöglich. Daher versuchst du zwar, die inhaltliche Ausrichtung zu erhalten, beim Lauftempo musst du einfach Abstriche machen und etwas ruhiger laufen. Es ist einfach wichtig, ein gemächlicheres Tempo anzuschlagen. Lauf nicht mit der Brechstange, um die Trainingsvorgaben zu erreichen!! Eine eher konstante, aber moderate Belastung hilft dir jetzt über diese Tage.

Immunsystem

Gerade im Winter ist es wichtig, den Körper fit zu halten, um nicht krank zu werden und durch den Aufenthalt im Freien werden Abwehrkräfte gestärkt. Dies ist wichtig, da die Heizungsluft und die ständigen Temperaturschwankungen den Körper im Winter besonders belasten.

Wann aufs Laufband?

Wenn die Temperaturen allerdings zu tief (-15°) sinken oder beispielsweise ein Schneesturm herrscht, solltest du besser auf das Laufband ausweichen. Dann gilt: Steigung auf 1,5% stellen. So kannst du am ehesten reale Laufbedingungen simulieren. Eine gewisse Übung und Begeisterung für das Indoorvergnügen ist dennoch notwendig.

Laufstrecken im Winter

Grundsätzlich sollten nur bekannte Strecken gewählt werden, da besonders bei Dunkelheit die Sichtverhältnisse schlecht sind und Gefahren möglicherweise zu spät erkannt werden. Das Laufen im Schnee ist übrigens ein sehr wirksames Training für die Koordination, das Gleichgewicht und Kraft. Bei jedem Fußaufsatz ist die Unterlage etwas anders. Deshalb hat beim Joggen im Schnee das Erlebnis und der Genuss einen größeren Stellenwert als der Ehrgeiz.

Bekleidung

Die ersten Minuten sollte es dir leicht frösteln, dann bist du richtig angezogen. Da der Körper beim Laufen im Winter vor allem über den Kopf und die Extremitäten Wärme verliert, solltest du darauf achten, diese Stellen besonders zu schützen.

Nach dem Laufen

Beim Laufen im Winter ist eine gründliche Aufwärm- und Aktivierungsphase notwendig, um eine saubere Lauftechnik zu sichern und Verletzungen zu vermeiden. Nach dem Training ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig, für die sich warmer Tee besonders gut eignet. Seit etlichen Jahren schwöre ich auf Ingwertee, der nicht nur wärmt, sondern auch gut schmeckt und das Immunsystem stabilisieren hilft.

Gastkommentator Johannes Langer ist Marathonveranstalter und Leichtathletiktrainer. Er ist Herausgeber des Laufmagazins RunUp.

runaustria.at