Worum geht’s beim Get active Social Business Award?

Im heurigen Jahr steht der Get active Social Business Award im Zeichen der Umwelt & des Recyclings, der Gleichstellung von Frauen, sowie gesellschaftlicher Inklusion. Bereits zum 13. Mal rufen die Sponsoren und Gründer der Initiative – Coca-Cola, Der Standard, das NPO und SE Kompetenzzentrum der WU Wien und der neueste Partner PULS4 – dazu auf, sozialunternehmerisch aktiv zu werden. Teilnehmen kann jeder: Unternehmen, Nonprofit-Organisationen, Gruppen von engagierten Menschen und ambitionierte Einzelpersonen. Im Laufe des Wettbewerbs müssen die Ideen in Form eines Businessplans (siehe auch Kriterien) umsetzungsreif ausgearbeitet werden. Auf Basis dieses Plans wählt ein Entscheidungsgremium mithilfe von klar definierten Beurteilungskriterien die förderungswürdigsten Projekte im Gebiet Social Entrepreneurship aus, die dann mit einer kräftigen Finanzspritze unterstützt werden. Der Get active Social Business Award leistet auch einen aktiven Beitrag zur globalen Initiative 5by20, bei der 5 Mio. Frauen in der globalen Wertschöpfungskette von Coca-Cola bis 2020 unternehmerisch tätig werden sollen sowie World Without Waste, wobei sich Coca-Cola das Ziel gesetzt hat bis 2030 für jede verkaufte Flasche oder Dose auch eine Verpackung zu sammeln und recyceln.

Social Entrepreneurs brauchen Starthilfe

Coca-Cola Österreich feiert seinen 90. Geburtstag, daher wird ein Startkapital von € 90.000,- in Form von Geld- und Sachleistungen vergeben. Außerdem wird mit Expertencoachings ein erfolgreicher Ablauf des Projekts ermöglicht. Der genaue Split der Geld- und Sachleistungen wird am Workshop-Wochenende in Stegersbach bekanntgegeben. Jene Unterstützungsleistung ist als „Social Venture Capital“ zu verstehen. Das bedeutet, dass keine Rückzahlung erwartet wird. Jedoch ist eine mögliche Fortführung der finanziellen Unterstützung möglich. Diese hängt von der Erreichung evaluierter Zwischenziele nach einer vereinbarten Zeitspanne ab.

Das Thema 2019: Umwelt & Recycling, Gleichstellung von Frauen, und gesellschaftliche Inklusion

Auch 2019 werden wieder Projekte gesucht, die sich den in Österreich aktuell diskutierten Problemfeldern widmen - Umweltschutz & Recycling, die Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Lebenssituationen sowie das Abschaffen von Grenzen und Vorurteilen innerhalb unserer Gesellschaft. 

Alle Projekte und Projektideen, die für die Umwelt, die Gleichstellung von Frauen und die soziale Inklusion von ausgrenzungsgefährdeten Gruppen in Österreich stehen, sind beim Get active Social Business Award 2019 gerne gesehen. Weitere inhaltliche Kriterien gibt es nicht - dabei ist es nebensächlich, ob es sich um eine Weiterentwicklung eines bestehenden Projektes oder den Beginn einer völlig neuen Idee mit Start-Up Charakter handelt. Ausschlaggebend ist ein starkes Mit- und Füreinander!

Inspiration gefällig? Diese innovativen Social Entrepreneurship Ideen haben schon gewonnen

Ein Blick auf die Preisträger der letzten Jahre zeigt wie kreativ, bunt und vielfältig förderungswürdige Projektideen aussehen können. Ganz gleich, ob sie von Einzelpersonen oder etablierten Non-Profit-Organisationen entwickelt wurden. Das Siegerprojekt aus 2018 Die schlaue Box findet sich im Visual des diesjährigen GASBA wieder - die visuelle Strukturhilfe für Kinder und Jugendliche mit Autismus und besonderen Bedürfnissen hilft den Betroffenen die Hürden des Alltags gekonnt zu meistern. Mit den Elementen in der schlauen Box, wie etwa dem lachenden Smiley, können sie ihre Emotionen besser zum Ausdruck bringen, Wünsche äußern und auf Sorgen hinweisen, ganz ohne den kommunikativen Barrieren.

Get active Social Business Award Gewinner Nachbarinnen in Wien
Get active Social Business Award Gewinner Discovering Hands
Get active Social Business Award Gewinner Gabarage
Get active Social Business Award Gewinner Vollpension

 

Klare Kriterien für eine faire Entscheidung

Die Ausschreibung richtet sich an Social Entrepreneurs – Einzelpersonen oder Organisationen (Unternehmen und Non- Profit-Organisationen, ausgenommen Gebietskörperschaften und politische Parteien) – die mit methodisch innovativen und wirtschaftlich solide geplanten und budgetierten Projekten einen Beitrag zu Umwelt & Recycling, der Gleichstellung von Frauen und sozialen Inklusion von benachteiligten Menschen leisten.

Die 5 Hauptkriterien für die Auswahl des Preisträgers:

  • Wirksamkeit:
    Wie groß ist der Beitrag des eingereichten Projektes zur Förderung der Umweltverbesserung, der Gleichstellung von Frauen und Männern und der sozialen Inklusion bei der benachteiligten Gruppe (armutsgefährdete ÖsterreicherInnen, Menschen mit Behinderung, AsylwerberInnen, Alleinerziehende oder Langzeitarbeitslose)?

  • Effizienz:
    Wie wird mit den budgetierten Mitteln umgegangen und in welcher Relation stehen Investition und erwartete Wirkung?
  • Finanzierbarkeit:
    Wie realistisch ist der Finanzplan?
  • Durchführbarkeit:
    Sind die geplanten Projektschritte und inhaltlichen Maßnahmen mit den gegebenen Ressourcen umsetzbar?
  • Social Business Charakter:
    Wie weit kann sich die Projektidee nachhaltig selbst finanzieren?

Welche Projekte können eingereicht werden?

Projekte, die sich mit dem Schutz der Umwelt und dem Thema Recycling, Gleichstellung von Frauen und sozialer Inklusion von benachteiligten Menschen jeglicher Art in Österreich befassen.

Die Kernthemen des GASBA betreffen alle Österreicherinnen und Österreicher, ganz egal ob aus dem Westen oder aus der Großstadt, ob Frau, Mann, Jung oder Alt. Der Klimawandel ist allgegenwärtig und Fortschritte in erneuerbaren Energien oder der Automobilindustrie lassen länger auf sich warten, als erhofft. Und auch in einem wohlhabenden Land wie Österreich gibt es nach wie vor gesellschaftliche Missstände, von denen Millionen von Menschen betroffen sind. So liegt die Zahl der Armuts- und ausgrenzungsgefährdeten ÖstereicherInnen derzeit bei rund 20%!

Frauen haben noch immer mit massiven Nachteilen in Beruf und Alltag zu kämpfen. Hier gibt es unzählige Möglichkeiten für Verbesserungen in allen Bereichen - sei es die Unterstützung von berufstätigen oder eine Anlaufstelle für misshandelte Frauen. Wichtig ist die soziale Inklusion, und dazu zählen alle Mitglieder einer Gesellschaft. Soziale Inklusion ist dann erreicht, wenn jede Person in ihrer Individualität von der Gesellschaft akzeptiert wird und die Möglichkeit hat, in vollem Umfang am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben oder teilzunehmen. Das Ziel ist es, jedem Menschen in allen Lebensbereichen (Ökonomie, Soziales, Politik, Nachbarschaft, Individuelles, Geografisches und Gruppenzugehörigkeit) die Chance auf ein barrierefreies Leben zu geben und Strukturen zu schaffen, in denen sich Menschen mit Besonderheiten einbringen und auf die ihnen eigene Art wertvolle Leistung erbringen können.

Im Zuge der Einreichung der Social Entrepreneurship Projekte gilt es zwei Leitfragen zu beantworten:

Wer ist die Zielgruppe des Projektes?

Die eingereichten Vorhaben müssen die oben angeführten Themen behandeln und konkrete Problemstellungen mit Lösungsvorschlägen präsentieren.

Der aktuellste Umweltkontrollbericht des österreichischen Umweltbundesamt weist klar auf die Dringlichkeit des Ausbaus alternativer Energiequellen sowie der Flexibilisierung von Erzeugung und Verbrauch unseres Stromes hin. Auch die österreichische Industrie hat ein Steigerungspotential der Energieeffizienz und der Senkung des Energieverbrauchs sowie der Treibhausgasemissionen - essentielle Faktoren, die zum Ressourcen- und Umweltschutz unseres Landes beitragen. Denn Trends wie die stetig weniger werdende Nutzflächen und die steigenden Stickstoffdioxid-Werte, besonders in städtischen Gebieten, nehmen nach wie vor zu.

In der österreichischen Verfassung steht, dass Frauen und Männer die gleichen Rechte besitzen. Wie kann es dennoch sein, dass es selbst in einer modernen Gesellschaft noch Ungleichheiten in jedem Lebensaspekt gibt? Es ist Zeit für eine Welt, in der Frauen ihre Berufe frei wählen können, sich nicht vor ihrem eigenen Partner fürchten müssen und sexuelle Übergriffe nicht mehr unter den Tisch gekehrt werden.

Noch immer gibt es Menschen in Österreich, die täglich Ungleichheit und Ungerechtigkeit erfahren. Insbesondere Personen mit psychischer, physischer oder kognitiver Behinderung, Flüchtlinge, Asylwerber, Drittstaatsangehörige, eingebürgerte ÖsterreicherInnen, arbeitslose sowie langzeitarbeitslose Menschen, Alleinerziehende, Familien mit drei oder mehr kleinen Kindern, Personen mit geringem Ausbildungsniveau und geringem Erwerbseinkommen, wohnungslose Menschen, Haftentlassene, Suchtkranke etc. Diese Personen gelten als mehrfach ausgrenzungsgefährdet.

Wie wird Umweltschutz, Gleichstellung von Frauen und Inklusion gefördert?

Die Umweltverschmutzung und gesellschaftliche Benachteiligung haben Ursachen. Umweltschutz ist ein Thema, das jeden Menschen auf der Welt betrifft und jeder sollte sich seiner individuellen Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation bewusst werden. Eine einzelne Person kann zwar eine gute Idee haben, an der Umsetzung müssen wir jedoch alle mithelfen. Außerdem sollen die eingereichten Projektideen dabei helfen, bestimmte Barrieren zu bekämpfen, die die soziale Inklusion der betroffenen Zielgruppe in die Gesellschaft hemmen oder gar verhindern: der Ausschluss vom Arbeitsmarkt beispielsweise, ökonomische Abgrenzung, eine institutionelle Exklusion, die Ausgrenzung durch soziale Isolierung, kulturelle und räumliche Exklusion und vieles mehr.

Innovative Projekte

Das Projekt sollte möglichst originär und innovativ sein und darf in dieser Form noch nicht existieren. Allerdings kann ein Projekt auch dann innovativ sein, wenn Best-Practice-Maßnahmen aus anderen Ländern oder Regionen für die eigene Region adaptiert werden.

Nachhaltige Projekte

Förderungswürdig sind insbesondere Projekte, die nachhaltige Hilfe anbieten. Das bedeutet vor allem, dass ein förderungswürdiges Projekt auch nach Verbrauch des Preisgeldes selbstständig und ausfinanziert weiterlaufen können muss. Die Ausfinanzierung darf nicht über öffentliche Stellen gewährleistet werden. Im Projektantrag ist deshalb zu begründen wie das Vorhaben dazu beitragen soll Umweltschutz und soziale Inklusion nachhaltig zu fördern und wie die Finanzierung auf eine nachhaltige private Basis gestellt werden kann.

Projekte, die bestehende Lücken schließen

Das eingereichte Projekt soll insbesondere dabei helfen Lücken im Zusammenhang mit Umweltschutz & Recycling und sozialer Inklusion in allen Bereichen der Gesellschaft zu schließen. In diesem Zusammenhang werden vornehmlich jene Projektideen gefördert, die auf Grund ihres innovativen und lückenfüllenden Charakters im Hinblick auf alternative Finanzierungsquellen benachteiligt sind (insbesondere durch die öffentliche Hand aber auch durch Quersubventionierungen aus der eigenen Organisation).

Schritte während des GASBA 2019

bis 24.06.2019

Einreichung

Einreichung aller Projekte bis 24.06.2019. Das Einreichformular findet sich hier!

19.07.2019

Projektauswahl

Auswahl von 5-12 Projekten für die Konkretisierung in Form der Projektpläne
30.08. – 01.09.2019

Workshop

Verpflichtender Workshop mit den ProjekteinreicherInnen: Unterstützung zur Ausarbeitung der Projektpläne.
01.10.2019

Businesspläne

Entwicklung und Einreichung der Businesspläne.

15.11.2019

Hearing

Hearing vor dem Advisory Board, Auswahl der Preisträger.



 

Ablauf der Einreichung

- Phase 1: 

Die Einreichung:
Sämtliche Projektideen werden anhand eines standardisierten Dokuments in einfacher, kompakter Form eingereicht.

Das Formular für die Einreichung findet sich hier.

Das vollständig ausgefüllte Einreichformular wird elektronisch oder postalisch an folgende Adresse geschickt:

E-Mail: bianca.zaki@wu.ac.at
NPO und SE Kompetenzzentrum der WU Wien
z.H. Bianca Zaki
Campus WU
Welthandelsplatz 1, Gebäude D1, 2. OG, 1020 Wien 

Nach einem Screening durch das NPO und SE Kompetenzzentrum der WU Wien wählt eine unabhängige Jury aus allen Einsendungen maximal 12 Projektideen für den weiteren Prozess aus.

- Phase 2: 

Businessplan und Präsentation:
Die bis zu zwölf ausgewählten Social Entrepreneurs nehmen am verpflichtenden, 2-tägigen Workshop zur Erarbeitung umfassender Businesspläne für die jeweiligen Projekte teil. Dabei erhalten sie umfassenden Input und kompetente Unterstützung von fachkundigen Vortragenden und Coaches der vier Initiatoren. Im Anschluss werden die Businesspläne erneut der Jury zur Begutachtung vorgelegt.

Die Vergabe der Geldmittel erfolgt schlussendlich auf Basis der Beurteilung der Businesspläne und einer Projektpräsentation vor einem Advisory Board, dessen Mitglieder eine Projektidee mit dem Get active Social Business Award 2019 auszeichnen. Die konkrete Form der Finanzierung orientiert sich am Projektplan des Einreichers bzw. der Einreicherin und kann auch phasenbezogen in Tranchen erfolgen.

Laufende Begleitung/Evaluierung:
Das Siegerprojekt wird von Experten der Contrast EY Management Consulting und dem NPO und SE Kompetenzzentrum der WU Wien bei der Umsetzung der Projektidee gecoacht und evaluiert. Die Preisverleiher behalten sich das Recht vor, bei deutlichen Abweichungen vom Projektplan auch die Auszahlung offener Teilbeträge auszusetzen.

Details zum Businessplan:
Die eingereichten Projekte werden nicht nur hinsichtlich ihrer sozialpolitischen Wirksamkeit beurteilt, sondern auch auf Basis wirtschaftlicher Kriterien. Dabei ist es wichtig, dass die Wirksamkeit (Effektivität), die Wirtschaftlichkeit (Effizienz), die Finanzierbarkeit und die Realisierbarkeit (Feasibility) des Projektes in einem Projektplan (Businessplan) nachvollziehbar vermittelt werden.

Dieser Businessplan sollte knapp und prägnant sein und darf maximal 30 Seiten umfassen. Folgende Gliederung ist verpflichtend einzuhalten:

  • Chancen und Risiken des Projektes
  • Die Organisation/die Person
  • Projektvorstellung – Ziele/Leistungen des Projektes
  • Projektumfeld und Zielgruppen
  • Marketing (Vermarktung des Projektes)
  • Unternehmerteam/Management und Schlüsselpersonen im Projekt
  • Umsetzungsplanung/Realisierungsplan für das Projekt
  • Finanzbedarf für das Projekt

Detailinformationen zu den einzelnen Punkten finden Sie hier.

Einverständniserklärung:
Die EinreicherInnen erklären sich bereit, das laufende Coaching und die Evaluation im Fall der Nominierung zu einem Siegerprojekt aktiv zu nutzen bzw. zu unterstützen. Dies beinhaltet vor allem die Bereitschaft, an Erhebungen (z.B. Interviews) teilzunehmen sowie gewisse Daten (inklusive Finanzdaten) offenzulegen.
Weiters erklären sich die EinreicherInnen bereit, im Falle einer Nominierung zu einem Siegerprojekt alle weiteren Kommunikationsschritte bei der Umsetzung des Projektes mit der Initiative Get active Social Business Award 2019 aktiv abzustimmen bzw. Get active Social Business Award 2019 bei jedem Kommunikationsschritt im Rahmen der Umsetzung der Projektidee verpflichtend mit zu kommunizieren.

Diese Punkte werden mit dem Vertreter des Siegerprojektes in Form einer schriftlichen Vereinbarung fixiert.

Der offizielle Hashtag lautet übrigens #GASBA19