Von Lifestyle-Blogger Jean Claude @newkissontheblog

Eigentlich grenzt es an ein mittleres Wunder, dass das Wort „Nachhaltigkeit“ in den letzten Jahren nicht einmal ansatzweise de Sprung in Richtung „Wort des Jahres“ geschafft hat. Dort, inmitten politischer Hamsterrad-Bewegungen, zählen hierzulande Begriffe wie „Vollholler“ oder „Rettungsgasse“ zu den sprachlichen Perlen der vergangenen Jahre. Inhaltliche Bedeutung? Fehlanzeige! Die Lupe der Wahrheit an diesem Punkt an die Jugend zu reichen, wäre zwangsläufig nicht wirklich fair. Denn mit „Oida“, „Selfie“ oder „whatsappen“ sind die Teenager der Post-Millenial-Generation mit ihren Begriffen des Jahres zwar am Nabel der Zeit, doch anscheinend genauso wenig fokussiert wie ihre erwachsenen Polit-Leader. Wen wundert‘s.

Nachhaltige Entwicklung braucht Vorbilder

Woher jedoch diese grundlegende Gleichgültigkeit gegenüber dem Wort „Nachhaltigkeit“ stammt, bleibt fragwürdig. Ist der Begriff per se zu schwammig? Nicht sexy genug? Oder interessiert sich einfach keine Sau dafür? Fragen über Fragen, die einen Fakt jedoch nicht leugnen können: Eine Überpräsenz des Begriffes ist vorhanden. Denn spätestens seitdem weiße Weihnachten und punktgenaue Sommerernten nichts weiter als feuchte Klima-Träume sind, weiß so ziemlich jeder vom Burgenland bis nach Voralberg, dass Nachhaltigkeit und der damit einhergehende Klimawandel keine kleingestrigen Erfindungen unserer Wissenschafts-Elite sind. Der „Shit is real“! Und zwar so real, dass wir uns alle in die Verantwortung nehmen müssen. Oder noch besser: Nehmen lassen müssen. Denn: Verantwortung ohne Vorbilder funktioniert in der breiten Masse und auf voll gesellschaftlicher Ebene leider nur begrenzt.

Blogger Jean-Claude Mpassy aka newkissonthebblog macht sich Gedanken zu Nachhaltigkeit.

© Jean-Claude Mpassy

Engagement für den Umweltschutz

Schon klar, es gibt sie: Die Ausnahmen, die uns eines Besseren belehren sollten. Die Bekannteste in Form von Greta Thunberg, die mit ihren zarten 16 Jahren das Gesicht einer Bewegung wurde, die es schaffte, das Thema Nachhaltigkeit zumindest für das derzeitige Momentum fest in die politische Agenda zu integrieren. Das Gewicht der Menschheit wird jedoch auch sie nicht alleine stemmen können. Denn so märchen- und traumhaft diese Ausnahme auch sein mag, am Ende wird auch sie die Regel des immer wehrenden Medien-Karussells bestätigen.

Selbstgesteckte Umweltziele als Nachhaltigkeitsstrategie

Umso wichtiger scheint daher auch die Bereitschaft von Großunternehmen, sich für Themen wie Nachhaltigkeit einzusetzen. Denn ein strukturelles Umdenken und eine nachhaltige Strategie kann sich durchaus lohnen! Und zwar nicht nur finanziell. Wie? Das zeigt uns beispielsweise Coca-Cola, dessen selbstgesteckte Umweltziele ein Weg in die richtige Richtung sind. Neben hohen Forschungs-Investitionen im Sektor Nachhaltigkeit bedeuten diese vor allem: 100% recyclebare Flaschen, ein geschlossener Produktionskreislauf und die Herstellung einer Plant-Bottle. Dank geballter Konzern-Power könnte somit ein Mindset transportiert werden, der aus einem Hersteller ein Vorbild macht. Ein Hersteller, der seine Kunden an die Hand nimmt und vorlebt wie Nachhaltigkeit funktioniert. Ob es am Ende des Tages dann noch etwas mit dem Wort des Jahres wird, bleibt abzuwarten. Verzichten könnten wir drauf. Jedoch nur unter der Prämisse, dass ab sofort große Macht auch große Verantwortung auslöst.