Seit 1984 geht ein Prozent der erwirtschafteten operativen Erträge von Coca-Cola in die gleichnamige Foundation, mit deren Hilfe Projekte weltweit unterstützt werden. Mittlerweile sind so mehr als eine Milliarde Dollar in die Gesellschaft investiert worden.

Die Coca-Cola Foundation hat insgesamt rund um den Globus mehr als 655 Millionen Menschen weltweit und mehr als 2.400 Organisationen unterstützt, um die Welt besser zu machen. Schwerpunkte liegen dabei unter anderem auf Umweltschutz, Stärkung von Frauen, Bildungsförderung und Wohltätigkeit. In Österreich beispielsweise werden die Lerncafés der Caritas gestützt – bislang mit mehr als zwei Millionen Dollar. Diese Einrichtungen bieten sozial benachteiligten Kindern gratis Lern- und Nachhilfe und damit die Chance auf eine bessere Zukunft.

Wir haben mit Helen Smith, Präsidentin der The Coca-Cola Foundation, gesprochen.

Was ist die Mission und Vision der The Coca-Cola Foundation?

The Coca-Cola Foundation ist quasi der philanthropische Arm von The Coca-Cola Company. Wir fokussieren uns darauf, etwas zurückzugeben und in der Gesellschaft, in der wir tätig sind als Unternehmen, in der aber auch unsere Mitarbeiter leben und arbeiten, etwas zu bewirken. Das Coca-Cola Geschäftsmodell ist nicht nur ein globales Unternehmen, wir sind auch lokal in mehr als 200 Ländern tätig. Das Modell unserer Foundation ist dem ähnlich. Wir betreiben einen globalen Fonds, der lokalen Communities auf der ganzen Welt zur Verfügung steht.

Unser Ziel ist es, mindestens 1 Prozent unseres Betriebsergebnisses aus dem Vorjahr den Gesellschaften zurückzugeben.

Helen Smith, Präsidentin der The Coca-Cola Foundation.

Wie entscheidet die Stiftung, welche Organisationen oder Programme unterstützt werden?

Es gibt soviel zu tun auf der ganzen Welt und wir können leider nicht alles unterstützen. Wir erhalten jedes Jahr tausende von Anfragen, tolle Community-Programme zu unterstützen. Jeder Vorschlag wird von uns evaluiert, um zu eruieren, ob das Programm den Bedürfnissen der lokalen Gemeinschaft und unseren Prioritäten gerecht wird.

Wie haben sich die Prioritäten der Foundation entwickelt?

Als ich bei der Stiftung begonnen habe zu arbeiten, habe ich mir den Entwicklungsplan für die Gründung 1984 durchgelesen. Ich wollte verstehen, warum die Foundation gegründet wurde und welche Erwartungen dahinter stehen. Gründungsziel war ein langfristiges Engagement für die Gemeinschaft zu gewährleisten. Ich fand dabei ein Zitat des damaligen Chairman und CEO Roberto Goizueta, der über die Möglichkeit und die Verantwortung sprach, der wir künftig gegenüber stehen würden und dass es eine Notwendigkeit ist, hier ein strukturiertes und effizientes Instrument zu haben. Die Entscheidung, die Stiftung zu gründen war logisch und gut durchdacht. Wenn neue Mitglieder in unseren Vorstand aufgenommen werden, lese ich dieses Statement immer in der ersten Orientierungssitzung vor. Während diese Absichten natürlich immer noch intakt sind, ist unsere Strategie der Investition in die Gemeinschaft ein sich ständig verändernder Prozess. 1984 waren wir in erster Linie eine US-basierende Stiftung mit dem Schwerpunkt auf Bildung und Jugendentwicklung. In den vergangenen drei Jahrzehnten sind wir zu einer globalen Foundation geworden.

In den Caritas Lerncafés - unterstützt von der Coca-Cola Foundation - werden benachteiligte Kinder unterrichtet.

© Christian Dusek/Caritas

2007 hat ein Team von 20 Coca-Cola Managern aus der ganzen Welt gemeinsam mit philanthropischen Experten darüber diskutiert, wie Coca-Cola mehr Wirkung auf die Communities in einer Art und Weise haben kann, die auch zum Business von Coca-Cola passen. Hier hat man sich auf folgende Schwerpunkte geeinigt: Verantwortungsvoller Umgang mit Wasser, Bildung, die Stärkung von Frauen und das Wohlergehen der Gemeinschaften. Diese Bereiche sind für uns als Unternehmen wichtig und wir verfügen in diesen Feldern über Wissen und Expertise.

Wie misst die Stiftung die Wirkung?

Wenn Organisationen um Fördermittel ansuchen, stellen wir verschiedene Fragen, die in Zusammenhang mit dem Einfluss auf die Community stehen. Es müssen Prognosen vorgelegt werden, die durch laufende Berichte über den Erfolg abgeprüft werden.

Die Schwerpunkte: Umweltschutz, Stärkung von Frauen, Bildungsförderung und Wohltätigkeit.

Wie ist es, mit Coca-Cola-Teams auf der ganzen Welt zu arbeiten?

Die globale Reichweite des Coca-Cola-Systems ist für uns ein großer Vorteil. Unsere Stiftung kann das Fachwissen unserer Kollegen vor Ort nutzen. Wenn wir auf der ganzen Welt Zuschüsse vergeben, treffen wir hier in Atlanta nicht einfach Entscheidungen. Wir kontaktieren unsere Kollegen mit bestimmter Expertise oder in bestimmten Regionen, die uns dabei helfen, die besten potenziellen Stipendiaten zu identifizieren. Sie verstehen ihre lokalen Gemeinschaften und sie haben lokale Beziehungen. Wir nutzen das Coca-Cola-System, um Verbindungen in den Communities zu schaffen, damit die Stiftung so global wie das Unternehmen tätig sein kann.

Warum ist Corporate Philanthropy ein gutes Geschäft und warum ist es heute wichtiger denn je, dass Unternehmen wie Coca-Cola etwas zurückgeben?

Das Geschäft von Coca-Cola ist nur so stark und nachhaltig wie die Gemeinschaften, die es bedient. Verbraucher ziehen es vor, mit Unternehmen Geschäfte zu machen, die sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst sind und auch etwas tun. Je mehr ein Unternehmen verdient, desto mehr muss es der Gesellschaft zurückgeben – das wird erwartet. Und das hat dazu geführt, dass sich unser Unternehmen 2007 öffentlich dazu bekannt hat, mindestens 1 Prozent des Betriebsergebnisses aus dem vorigen Jahr im Rahmen der The Coca-Cola Foundation zurückzugeben.

Bildung ist ein wichtiges Thema für die Coca-Cola Foundation.

Es wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht: 1 Milliarde US-Dollar an Zuschüssen. Wie sieht die nächste Milliarde aus?

Unser Ansatz wird immer eine direkte Antwort auf die Herausforderungen sein, die wir auf der ganzen Welt sehen. Heute konzentrieren wir uns darauf, die Umwelt zu schützen, Frauen zu stärken und die Gemeinschaften, in denen wir leben und arbeiten, durch Bildung und Jugendentwicklung zu fördern. Unser Ziel heute und in Zukunft ist, die Lebensqualität in den Gemeinschaften, in denen wir tätig sind, zu verbessern.

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Warum sind Sie persönlich von der Arbeit der Coca-Cola Foundation begeistert?

Für mich ist Coca-Cola aus unternehmerischer Sicht ein großartiges Unternehmen. Und das Sahnehäubchen ist, dass es die Absicht hat, etwas zu bewegen, dort wo es sich bewegt. Und das echt, ohne Tricks.