Seit Ende 2018 finden sich auf den verschiedenen Coca-Cola Packungen neue, farbliche Nährwertangaben. Was hat es damit auf sich? Wir fragen bei Marie Wagner, Public Affairs & Nutrition Communications Manager bei Coca-Cola Österreich, nach.

Marie, warum werden die Nährwertangaben auf den Coca-Cola Flaschen nun bunt?

Marie Wagner: Mit der neuen farblichen Nährwertkennzeichnung bieten wir Konsumenten auf einen Blick einfache, leicht verständliche und aussagekräftige Informationen zum Nährwert in unseren Getränken. Diese farbliche Information zu unterschiedlichen Nährstoffen wird es übrigens nicht nur auf Coca-Cola sondern nach und nach auch auf Fanta und Sprite geben.

Was hat sich im Vergleich zur bisherigen Kennzeichnung verändert?

Marie Wagner: Wer sich die neue Kennzeichnung ansieht, wird merken, dass sie gar nicht so neu ist: Bereits seit vielen Jahren sehen Konsumenten in Österreich und vielen anderen europäischen Ländern auf den Vorderseiten unserer Verpackungen, wie viele Kalorien in einer Portion – also z.B. pro Dose – und 100 ml eines Getränks enthalten sind. Dieses bewährte System haben wir nun weiterentwickelt. Die zwei großen Unterschiede sind, dass erstens zusätzlich zu Energie bzw. Kalorien nun auch Informationen zu Zucker, Salz, Fett und gesättigte Fettsäuren auf der Vorderseite der Verpackungen ersichtlich sind. Der zweite große Unterschied ist, dass Farben – angelehnt an das bekannte Ampelsystem – auf einen Blick zeigen, wie hoch der Gehalt dieser Nährstoffe in unseren Getränken ist. Hierbei steht rot für einen hohen Gehalt des jeweiligen Nährstoffs und grün für einen niedrigen.


Was haben eure Konsumenten davon und was sind die Vorteile gegenüber dem alten System?

Marie Wagner: Die neuen Angaben sind einfach und leicht verständlich. Sie stellen eine schnelle Orientierungshilfe für Verbraucher dar, damit sie eine bewusste Entscheidung bei der Auswahl ihrer Getränke treffen können. Ist das Symbol für Zucker beispielsweise grün hinterlegt, sieht der Konsument auf einen Blick, dass eine Portion des Getränks wenig Zucker enthält. Die Entscheidung, ob ein Nährstoff grün, orange oder rot gefärbt wird, ist abhängig von der Höhe des Gehalts in 100 ml des Getränks. Umgekehrt ist es, wenn der Zuckergehalt rot gekennzeichnet ist. Zusätzlich zeigen die Prozentangaben in den gefärbten Feldern, wie viel Prozent des täglichen Gesamtbedarfs des jeweiligen Nährstoffs in einer Portion enthalten ist.

(Foto: Andi Bruckner)

Wird das neue System nur auf den Getränkepackungen in Österreich umgesetzt oder wird das System ausgeweitet?

Marie Wagner: Schon seit 2014 unterstützen wir in England und Irland die farbliche Nährwertkennzeichnung. Dieses bewährte System ist ident mit dem Farbsystem, das wir nun auch auf verschiedenen Getränken in Österreich einführen. In England haben wir für diese Kennzeichnung viel positives Feedback erhalten – von Ernährungsexperten, Wissenschaftern und Konsumenten. Nun möchten wir auch in anderen europäischen Ländern wie Österreich verstehen, welche Auswirkungen die farbliche Nährwertkennzeichnung auf das Konsumverhalten hat. Daher haben wir beschlosen, die farbliche Nährwertkennzeichnung auf einigen unserer Produkte einzuführen.

Wie nimmt Coca-Cola seine Verantwortung gegenüber dem Konsumenten noch wahr?

Marie Wagner: Wir bieten unseren Konsumenten nicht nur transparente, klare und leicht verständliche Nährwertinformationen, sondern reduzieren auch laufend den Zucker in unseren Produkten, führen neue und innovative Getränke ein, bieten kleinere Packungen an und legen großen Wert auf verantwortungsvolles Marketing. Die Welt verändert sich ständig – und wir uns mit ihr. Wir als Unternehmen verstehen uns als Gamechanger, deshalb ist es uns ein besonderes Anliegen, auch bei der Verantwortung unseren Konsumenten gegenüber mit gutem Beispiel voran zu gehen. So auch mit der farblichen Nährwertkennzeichnung, mit der wir Menschen dabei unterstützen wollen, einfach eine informierte Lebensmittelauswahl zu treffen.

Gibt es Untersuchungen, die zeigen, dass solche farblichen Kennzeichnungen das Verhalten der Konsumenten beeinflussen?

Marie Wagner: Ausgangspunkt für unsere Engagement im Bereich farblicher Nährwertkennzeichnung war ein Obesity Update der OECD 2017. Eine Erkenntnis aus diesem Report war, dass mit der Hilfe von Ampelsystemen 18% mehr Menschen eine gesündere Wahl treffen und 4% weniger Kalorien aufgenommen werden können.

Marie, vielen Dank für das Gespräch!